Was ich sehen sollte, habe ich gesehen und gefühlt so manche Dinge; hab viel Zeit vertan und muss gestehn, dass ich heut noch mit den Bildern ringe.
Die Vergangenheit, sie hält mich wach, manchmal richtet sie den Blick auf mich. Manchmal werde ich im Starksein schwach, weine bittere Tränen, innerlich.
Irgendwann kommt eine neue Zeit, sie spült alles Alte in mir fort; finde Ganzheit und Vollkommenheit an der blauen Blume Sehnsuchtsort.
Prozession im Nebel – Ernst Ferdinand Oehme (1797-1855)
Wir sind von sterbender Natur, geboren, um zu bauen diese Welt; im Auf und Ab des Daseins Schicksalsspur, die nebelhaften Pfade gehn, wie’s uns gefällt.
Vertrauend folgen wir dem Drang des Handelns, um, was wir schufen, staunend anzusehen: Das Wissen steht im Licht des Wandels, es offenbart sich hässlich oder schön.
Nichts scheint mehr sinnbefreit, dient dem Verstehen und offenbart sein Für und Wider, hat Ausgleich und Vergeltung vorgesehen - was wertlos schien, gewinnt Bedeutung wieder.
Vollkommenheit – der Weg dorthin ein Wählen, Naturgesetze sind die Pflastersteine; Aufrichtigkeit befreit von allem Quälen, Ausgleich für Fehler treibt die müden Beine.
Er liegt so still im Morgenlicht, so friedlich wie ein fromm Gewissen; wenn Weste seinen Spiegel küssen, des Ufers Blume fühlt es nicht;
Quelle: Pinterest
Libellen zittern über ihn, blaugoldne Stäbchen und Karmin, und auf des Sonnenbildes Glanz die Wasserspinne führt den Tanz; Schwertlilienkranz am Ufer steht und horcht des Schilfes Schlummerliede; ein lindes Säuseln kommt und geht, als flüstr' es: Friede! Friede! Friede!
Motorengeräusche und Lärm auf den Straßen durchdringen doppelte Fensterscheiben; nie gewöhnt an die Laute - nach außen, gelassen, Beschaulichkeit muss auf der Strecke bleiben.
Man schiebt Jalousien als Sonnenblende, vor den Lauten des Alltags schirmt man sich ab; hinzu eine Prise TV-Elemente mit lauter Beschallung - der Muße Grab.
Momente der Ruhe – zu Kränzen binden, in Träumen nur wandeln durch Wiesen und Wald; abgeschieden vom Leben Genüge finden, wo die Stille des Himmels widerhallt.
In spiritueller Verbundenheit mit der geistigen Heimat. intuitiv empfangen 2003, als ich zu schreiben begann.
Théodore Chassériau (1819 –1856) – Ein Engel betet im Garten
Beseelt von neuem Glück will ich dir schreiben, in manchen Reim versteckter Weisheit Sinn, vieles wird wie die Sphinx zwar groß und schön, doch umso rätselhafter bleiben, das Wort wird lenken deinen Weg zu Anbeginn; und während ich gedanklich mich im Vers verbinde, verrinnen die Sekunden visionär; ersehnend fühl’ ich lang vergangene Erdengründe – die Zeit, sie flog dahin, als ob‘s ein Lidschlag wär‘.
Bist Führer meiner Seele fehlend’ Hand, bin nur im Geiste das verborg‘ne Glied, hinter des Schleiers Anderwelten, unerkannt, bin ich Vermittler, spinne dir mein Lied.
Ich bleibe stumm, habe nur diese Zeilen, um dir zu sagen: Sinnend wart’ ich hier!
So sehr ein Wort verletzt, so sehr kann es auch heilen; bin nur gedankenweit entfernt von dir.
Du wirst es spüren: Wenn ich bei dir weile, vergessen wir gemeinsam Zeit und Raum, wenn ich vom Licht des Universums schreibe, verschmelzen Endlichkeit und Ewigkeit im Traum.
So, wie ein Wolkenband den Himmel ziert, so sollen die geschrieb‘nen Worte sein, Gedanken, wie von Engeln inspiriert, sie gehen tief ins menschlich‘ Herz hinein.
Gang runter und mit letzter Kraft den Berg erklimmen, der in Sicht. Die Sonne sinkt. Bald wird es Nacht. Sie taucht die Welt in rötlich Licht.
Bald ruht das Schweigen auf dem Hügel, der mich umschließt in dunkler Welt. Der Seele wachsen Himmelsflügel, die Silberschnur, sie reißt – nichts fehlt.
Die Zeit hat sich ins Nichts verkrochen, der Geist, die Energie, sie schweigt; Gedanken reisen durch Epochen, ätherisch sich das Dasein zeigt.
Ich bin zurück! Im Geist verbunden - kein Wort beschreibt das ew’ge Licht; der Sprache Klang, er ist verschwunden, weil‘s einfach unbeschreiblich ist.
Der Türmer, der schaut zu Mitten der Nacht hinab auf die Gräber in Lage; der Mond, der hat alles ins Helle gebracht; der Kirchhof, er liegt wie am Tage. Da regt sich ein Grab und ein anderes dann: Sie kommen hervor, ein Weib da, ein Mann, in weißen und schleppenden Hemden.
Das reckt nun, es will sich ergetzen sogleich, die Knöchel zur Runde, zum Kranze, so arm und so jung, und so alt und so reich; doch hindern die Schleppen am Tanze. Und weil hier die Scham nun nicht weiter gebeut, sie schütteln sich alle, da liegen zerstreut die Hemdelein über den Hügeln.
Nun hebt sich der Schenkel, nun wackelt das Bein, Gebärden da gibt es vertrackte; da klippert’s und klappert’s mitunter hinein, als schlüg‘ man die Hölzlein zum Takte. Das kommt nun dem Türmer so lächerlich vor; da raunt ihm der Schalk, der Versucher, ins Ohr: Geh! hole dir einen der Laken.
Getan wie gedacht! und er flüchtet sich schnell nun hinter geheiligte Türen. Der Mond, und noch immer er scheinet so hell zum Tanz, den sie schauderlich führen. Doch endlich verlieret sich dieser und der, schleicht eins nach dem andern gekleidet einher, und, husch, ist es unter dem Rasen.
Nur einer, der trippelt und stolpert zuletzt und tappet und grapst an den Grüften; doch hat kein Geselle so schwer ihn verletzt, er wittert das Tuch in den Lüften. Er rüttelt die Turmtür, sie schlägt ihn zurück, geziert und gesegnet, dem Türmer zum Glück, sie blinkt von metallenen Kreuzen.
Das Hemd muß er haben, da rastet er nicht, da gilt auch kein langes Besinnen, den gotischen Zierat ergreift nun der Wicht und klettert von Zinne zu Zinnen. Nun ist’s um den armen, den Türmer getan! Es ruckt sich von Schnörkel zu Schnörkel hinan, langbeinigen Spinnen vergleichbar.
Der Türmer erbleichet, der Türmer erbebt, gern gäb er ihn wieder, den Laken. Da häkelt – jetzt hat er am längsten gelebt – den Zipfel ein eiserner Zacken. Schon trübet der Mond sich verschwindenden Scheins, die Glocke, sie donnert ein mächtiges Eins, und unten zerschellt das Gerippe.
Kampf mit dem Drachen – Sulamith Wülfing (1901-1989)
Bin wie ein Schwamm, hab alle Trauer aufgesogen, von der End-Täuschung voll, vom Lebensglück betrogen.
Wollt ich auf Einbahnstraßen dem Tod ins Auge sehen, zum lebensmüden Spaße, ohne mich umzudrehen?
Trag selber ich die Schuld? - Bin wohl falsch abgebogen, als mich gedankenlos des Limbus Mächte zogen.
Benutzte den Besitz, den andere längst ihr Eigen. War’s letzte Galgenfrist, mein stolzes Haupt zu neigen?
Mein Kreuzweg endet hier; die Tür zum Licht stand offen. Bin nun zu Haus bei Dir, vorbei das Suchen, Hoffen.
Die Irrfahrt durch mein Leben leg ich in Deine Hände; mein Mühen und mein Streben, die Ernte nach der Wende.
Vertrau auf Deine Führung - gabst Einsicht mir, zu sehen, um nach des Leids Berührung, als Blüte aufzugehen.
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