Bücher waren Freunde junger Jahre, die Gedanken keimten aus dem Grund; warm war das Papier, das offenbarte, die geheimsten Wünsche ohne Mund.
Lautlos ließen sich die Seiten blättern, die gefüllt mit Fantasie und Träumen, das Papier, es trotzte allen Wettern, bot mir Wärme, auch in kalten Räumen.
Zeilen boten mir geschriebene Sätze, die ich auszusprechen gar nicht wagte; teilten mit mir weltverborgene Plätze, bis die Einsamkeit mich nicht mehr plagte.
Schreiben, um Missionen zu erfüllen, als Geschenke im geschriebenen Wort, sind heut Trost, der mir im Stillen Beistand ist aus einem reichen Hort.
Hände, die geschrieben, sind zerfallen, doch ihr Geist schwebt über dem Papier; unvergessen, die in Bücherhallen fruchtbar sind. Habt heut noch Dank dafür!
Unschuldig sind der Kinder Zungen, wenn sie unwissend Worte formen, die schon die Eltern einst gesungen, diskriminierend deren Normen.
Ich sang einst auch von „drei Chinesen“, mit Kontrabass am Bordsteinrand, mit „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“, sind wir über den Platz gerannt.
In „Mohrenköpfe“ biss man kecker, beherrschte sie auf diese Art, und „Negerküsse“ schmeckten lecker, wenn man dies nur mit Eischnee tat.
„Zehn kleine Negerlein“ entschwanden, - unschuldig mancher Kinderreim, und böse Buben – falls vorhanden, kamen ins Tintenfass hinein.
Ein „Mohr“, mit schwarzem Angesicht?! Die ‚reine‘, weiße Welt ist gut! Nein, über Schwarze lacht man nicht, denn man wird’s selbst, wenn man es tut.
„Zigeuner“, davon gab’s noch viele; sie wanderten von Haus zu Haus, und wenn sie unsren Ort zum Ziele, hing niemand seine Wäsche raus.
Trotz Film „Piroschka“ ging’s nicht lang, der sie als ungarisch verschnitt, bis die „Zigeunersoße“ dann auf Schnitzel deutscher Teller glitt.
Diskriminierend – Worte quälen, sie überdenken und erneuern, damit noch ungeborene Seelen sich über „Indianer“ freuen.
Zigeuner (auch Zieh-Gauner)= Veraltete Bezeichnung der Gesellschaft für die ethnische Minderheit der Sinti und Roma, Gebrauch der Bezeichnung als Schimpfwort. Verfolgung und Ermordung von ca. 30.000 Sinti und Roma im Nationalsozialismus. Aus diesem Grund weisen viele Sinti und Roma die Bezeichnung „Zigeuner“ als diskriminierend zurück.
Obwohl ich mir nie etwas Böses beim Bestellen eines Zigeuner-Schnitzels dachte, habe ich von dieser Bezeichnung Abstand genommen.
Neger= Eine Bezeichnung der weißen Mehrheitsgesellschaft für angeblich kulturell und körperliches Anderssein, als abwertendes Schimpfwort benutzt. 1781 benutzte man für freigelassene Sklaven in Amerika den Ausdruck „free people of color“, der den hierzulande neuen Ausdruck „People of Color“ vorprägte.
Mohr= Ein anderes Wort für einen dunkelhäutigen Menschen. Im 20. Jahrhundert wurde das M-Wort weitgehend durch das N-Wort verdrängt. Dass ein deutscher Konditor den Namen „Mohrenkopf“ zu einer Zeit erfand, in der das Zweite Deutsche Kaiserreich (1871-1918) mit einer aggressiven Kolonialpolitik die einheimische Bevölkerung in Ost-, Südwest- und Westafrika unterwarf und Menschen aus den Kolonien in europäischen Städten in „Völkerschauen“ vorgeführt wurden, ist dabei den Wenigsten bewusst. Schon bei den Gebrüdern Grimm findet der Begriff Erwähnung.
Anton Wilhelm Amo war im 18. Jahrhundert einer der ersten promovierten Wissenschaftler afrikanischer Herkunft im mitteldeutschen Raum, der an den Universitäten Wittenberg, Halle und Jena lehrte. Bis heute gibt dies Anlass, über den Umgang mit Fremdheit nachzudenken.
Indianer= Die durch den Kolonialismus etablierte Fremdbezeichnung wird im Rahmen von Rassismus Debatten seit den späten 2010er Jahren kontrovers diskutiert.
Europäer und römisch-katholische Missionare waren die Eindringlinge, die das Heimatland der indigenen Bevölkerung unrechtmäßig an sich nahmen. Seit meiner Kindheit sind die Ur-Einwohner Amerikas, trotz ihrer Verluste, Kämpfer für die Freiheit und Sieger über die Unmoral durch Weiße.
Mensch= Hat für Alles und Jeden eine Schublade. Niemand hat das Recht, die eine zu leeren oder die andere zu füllen. Jedermann ist moralisch verpflichtet einander zu ehren und zu respektieren. Alles hat auf dieser Welt einen Sinn und eine Bestimmung. Gottes heiliger Geist ist in allem was ist.
Ich treib auf ruhiger See, andächtig unter Sternen, erfüllt vom Glanz, des unerreichbar Fernen; entgleite aus des Lebens Auf und Nieder, als wären sie des Kampfes Sieger, sind Antrieb mich zu wandeln, in letzter Handlung selbst den Raum zu füllen, ein Stern zu werden unter all den vielen.
Es schweifte ein Komet am Himmelszelt, drei Weise folgten ihm, dem Heil entgegen. Durch Länder zogen sie in ferner Welt, die prophezeit, zu Bethlehem gelegen.
Drei Himmelzeichen brachten sie dem Einen, der neu geboren in der Krippe schlief; da war ein Staunen um sie in den Reihen, das Gottesfurcht in alle Herzen trieb.
Ein Zeichen, das die Edlen schenkten, himmlisch und außerirdisch war das Maß; war Gold, als Sieg für den von Gott Gelenkten, über das Böse und der Menschen Hass.
Als Geist, der von den Toten aufersteht, der über Himmlisches und Irdisches erhaben, war Weihrauch Zeichen, dass es weitergeht, für ihn und alle, die erleuchtet starben.
Myrrhen zum Zeichen – Bitterkeit erfahren, den Leidensweg und den des Todes gehen; den tiefen Sinn der Gaben offenbaren, und als Geschenk des Lebens zu verstehen.
Einmal im Leben Einen finden, der sanft das Sehnen meines Herzens stillt, sein Dasein lebt aus reinen Gründen, im edel und vertrauensvollen Bild.
Der mir Gedanken zeigt im Licht, einfach und gut, aufrichtig, mild, ein Mund, der stets die Wahrheit spricht, die sich verbreitet, wie ein Schild,
das abwehrt alle dunklen Töne, die traurig sind im Unglück meiner Welt, der in mir weckt das lichte Schöne, als höchstes Glück, das zart herniederfällt.
Kein Mensch hat meinem Wunsch entsprochen, denn keine Seele wird mir hier begegnen; die Sehnsucht nach Erfüllung, ungebrochen. Nur Gott allein kann mich in Liebe segnen!
Sie ging vorüber, die geweihte Nacht, die Licht beglückt in Kerzen glänzte, die aller Welt ein tiefes Fühlen macht und karge Stuben festlich kränzte.
Und, als sie hinterm Horizont verschwand, kam nach Silvester kurz durchlebter Pracht, die Stille hinter ihr, wie ein Verband, der sich um alte Wunden legt in Neujahrsnacht.
Seh mich noch stehn, mit Mutter, Oma, am weiß-getünchten Fenster, als Raketen knallten, und es wie spukende Gespenster zur Geisterstunde durch die Scheiben schallte.
Die bunten Blitze blühten auf, wie Wunderkerzen; ein kurzes Schauen nur, ein kleiner Lichtblick für die Herzen. Mit großen Kinderaugen dort des nachts zu stehen, am Arm der Mutter, dem Treiben auf der Straße zuzusehen, wo Männer zündelnd, prostend tranken, Vater Lachen zeigte, was sich versteckte, bis erneut das Jahr sich neigte.
Es folgten viele Jahreswechsel – vertrieben die Gespenster; die Oma fehlt, der Mutter Gegenwart… ach ja, schon lang gehört es anderen an, das kleine Fenster.
Ich wünsche allen einen Guten Rutsch, Gesundheit und Wohlergehen!
Wilhelm Busch (1832-1908): „Finale furioso.“, 1868 aus: Der Virtuos – Münchener Bilderbogen Nr. 465
Die Partitur wird abgespielt vom letzten Notenblatt, rieseln wie Schneefall nieder, Töne an seiner statt.
Noch ein paar Klänge, die mit letztem Schwingen, taktvoll den Raum erfüllt, nach Abschied klingen.
Gesegnet sei das Neue! Das Alte bald verklungen; das bunte Jahr vorbei, im Abgesang besungen,
wie ein Konzert gespielt – des Lebens Dur und Moll, mit Liebe inszeniert, voll Hoffnung, ohne Groll.
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