1. Reihe links: mein Großvater väterlicherseits (1944 gefallen)
Es war die Zeit der ‚feschen‘ Uniformen, die Lockerheit in enge Normen presst, die, exerziert nach Militärreformen, im Drill gelernt, wie es sich Morden lässt.
Das Töten einfach so als Lust empfinden, ein Macht-Erlebnis der erlesenen Art; beim ersten Mal ist es ein Überwinden, doch später wurd’s zur Gott verwandten Tat.
So stark, mit Waffe in den Händen, ein Druck nur und ein Leben ist dahin; man wäscht das Blut der Vielen von den Wänden, doch niemals aus der Seele, aus dem Sinn.
Die Ordnung ist ein tugendhaftes Streben, doch Buch zu führen über Massenmord ist so pervers, wie heut noch danach leben und leugnen, wie bestialisch mancher Ort.
Die ewig Gestrigen, sie leben, sind auferstanden, stehn zur Wahl bereit. Die, die aus eingesunkenen Grüften streben, soll man nicht neu erwecken hier und heut.
Wenn schwarze Wolkenschatten ziehn, so dunkel schwer, als würd der Himmel fallen, dann scheint sie leer, die Stätte unter ihm, es ruht die Welt und Ruhe ist in allem.
Über den hohen Bäumen kreisen Raben, auf kargen Böden lugen sie nach Bissen; die Welt scheint an sich selbst zu darben, verliert an Fortschritt, ohne es zu wissen.
Sie gleitet hin auf rutschigem Gefilde und niemand hilft ihr wieder aufzustehen. Die Menschheit scheint ein sterbendes Gebilde, das sanft verblutet nach dem Untergehen.
Der fahle Mond scheint durch die Zweige, aus den Kaminen steigt der kalte Rauch; bald geht das Feuer aus, der Mensch zur Neige, und frostig treibt der Tod den Winter aus.
Albrecht von Brandenburg (1490-1545), der mächtigste Kirchenfürst seiner Zeit, Erzbischof von Magdeburg und Administrator von Halberstadt, wurde 1514 zum Erzbischof und Kurfürsten von Mainz und 1518 zum Kardinal ernannt.
Aus Christen wurden Katholiken, das war vor langer, langer Zeit. Die zogen Gelder der Abbitten, als Ablass der verarmten Leut‘
und deren ängstlichen Gemütern, um sich im Himmel einzukaufen. Die Kirche schaffte alle Sünden auf einen großen Ablasshaufen.
Sie bauten Kirchen und Paläste mit prunkvoll ausstaffierten Hallen, und ließen auf so manchem Feste die Taler in die Beutel fallen.
Verdienten an dem Los der Schwachen, die glaubten, Gut-sein kann man kaufen. Man hörte nicht des Teufels Lachen - saß oben auf dem größten Haufen.
Vollkommenheit – unendlicher Prozess, der stets erstrebt, doch nie erreichbar ist, und Früchte ernten, die in ständigem Progress erleichtern unsere kurze Daseinsfrist.
Vollkommen ist der Große Geist allein, der uns den Zauber neuer Wunder schenkt, der uns, im Geist verknüpft, das Sein der Einheit ins Bewusstsein senkt.
Als Blüten der Erkenntnis stehn die Wunder, sie blühen auf dem Berg der letzten Sicht, wohl unter fremdem Himmel, klar und bunter, weit ausgedehnt im unbegrenzten Licht.
Frei wie ein Vogel, der am Himmel kreist, die Flügel auferlegt dem Wind; mit Leichtigkeit trägt ihn sein Federkleid auf einem Luftstrom, der ihn heimwärts bringt.
Noch bin ich hier, weil ich die letzte Rast zu tragen habe, wie sie alle tragen. Bitt‘ nicht um Einlass, wie ein ungebetener Gast, eigens davongestorben aus den Lebenstagen.
Wenn Du mich rufst aus jener dunklen Schwere, die bis zuletzt ich dankend abgelebt, schweb ich in leibbefreiter Atmosphäre, die mich mit allem Sein des All‘s verwebt.
Vergänglich ist, was fassbar von Natur; Materie flüchtig, vielfältig die Form. Nichts ist von Dauer, endlich ihre Spur, zu Staub zerfallen nach des Lebens Norm.
Belebend und dynamisch ist die Kraft, die rein der Quelle „Göttlichkeit“ entspringt; einzig allein befähigt Seine Macht das Leben, wenn es in uns schwingt.
Begrenzt, des Menschen Fähigkeit, bis dass der Geist aus jeder Zelle weicht, verlässt den Körper, trägt sein geistig Kleid auf ewigem Weg durchs grenzenlose Reich.
Am Arm der Freundschaft durch das Leben gehen - ein unbemerktes, stilles Dasein, das mir blieb; mit Leichtigkeit Bekanntschaften zu sehen, mit denen Oberflächlichkeit die Zeit vertrieb.
Gesiebt zu schauen, wer durch’s Raster fiel, ein eng gestricktes - wer nicht passte, ging; zu trennen, was, wie ein verlorenes Spiel, alltagsbeschwert in meinem Kopfe hing.
Der Arm der Freundschaft ist längst losgelassen, sie fortzuführen wäre Selbstbetrug; es trennten uns ungleiche Lebensstraßen. Saß wohl jahrzehntelang im falschen Zug!
Das Wasser ist so trüb, so träg quält sich der Fluss, und die Natur verdunkelt ihre Lebenslichter, verstreut der tristen Winterstunden graues Muss, treibt müdes Gähnen auf die Ruhezeit-Gesichter.
Der Boden, Höhlung durch des Wassers Kraft, liegt hart und steinern unter weicher Fläche, als eisig glitzernd in der Flocken Pracht, der Frost anhielt der Fluten ew’ge Bäche.
In blasse Trauerfarben hüllt der Tag sich ein, gefolgt von einer ewig langen Nacht, die dunkel sich im Wintermondenschein mit schwarzen Schatten kalt und endlos macht.
muss man zusammentragen und zu verstehen wagen, was sie in Fetzen sagen,
mit dem Aufruf zu füllen, die hohl scheinenden Hüllen: Bitte nicht knüllen!
Den Sinn erfassen oder sinnlos lassen, dann vergessen im Stillen.
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