Liebe im Herzen

Echo der Liebe in Herzen erwecken,
Seelenverwandte in Fremden entdecken.

Glockengeläute im Gedächtnis tragen,
wie Klänge an hohen Feiertagen.

Des Lebens Wunder staunend enthüllen,
und sehen die Einmaligkeit im Stillen.

Unter Alltagsmüll Poesie entdecken,
die Schönheit nicht alltäglicher Ecken.

Das Wort ‚von oben‘ offen empfangen,
emphatisch dafür die ‚Schirme‘ aufspannen,

Lügen hinter der Wahrheit erkennen,
schützend, von List und Falschheit trennen.

Wenn störende Kräfte Spiel mit uns treiben,
ihren Geist vertreibend, gelassen bleiben.

Liebe – der Welt Erkenntnis und Licht!
Erleuchtetes Wort, aus dem Weisheit spricht.

Gottesfrieden

Foto: Gisela Seidel

Tausend Zweige eines Baumes,
der sich hoch zum Himmel streckt,
um das Licht des Lebens einzufangen,
gleichen Blutgefäßen, Nervenbahnen,
die vom Geist verkörpert, Energie empfangen.

Seelen, die im Lichte reifen,
werden wie die Bäume blühen wollen.

Stürme überleben, Ungewittern trotzen
unter dunklen Wolken,
ist des Lebens Los auf Erden,

sich zu wandeln in die Energie des Ursprungs,
mitzufühlen Gottesfrieden unter Bäumen.

Dornenlose Rosen

Helmut Skarbina (1888 – 1945)

Engel der Weihnacht,
lassen Harmonie vom lichten Himmel rieseln,
mit Schneeglanz in den weißen Flügeln.

Aus unbekanntem Land der Leidenslosen
weben sie Rosen ins Erdenkleid,
so mancher Dorn wird Menschen Leid.

Doch jedes Leid schwingt höher, reiner –
im Weltendunkel sehn sie’s nicht,
und wo der Mond die Schatten flicht,
sind sie längst dazu ausersehen,
einmal im Blütenschmuck zu gehen.

Die Güte Gottes schenkt am jüngsten Tag
ein dornenloses Kleid zurück,
dem Leid entwachs’ne Himmelsrosen
gehoben in das Land der Leidenslosen.

Klänge von Zuhause

Bild von Rainer Maiores auf Pixabay

Vernimmst Du den heimlichen Klang?

Lausche in Dich hinein:
Wahrhaftig ein Künstler zu sein,
heißt, den heimlichen Klang zu ergründen,
Seele und Geist im Eins-Sein verbinden.

ER wird die Stille durchbrechen,
wird Dir singen und leis zu Dir sprechen,
fortnehmen, die Dinge, die Dich quälen,
Deine Beharrlichkeit wird er stählen.
.
Wirst Dich an den Ursprung zwanglos binden,
gemeinsame Wurzeln wiederfinden,
den fremden Lauten der Welt nachspüren,
um die falschen Akkorde zur Lösung zu führen.

Bis Du selbst der Klang bist, den viele vernehmen,
die sich nach höherer Einsicht sehnen.
Fühle die Disharmonie der Welt. Gib ihr neue Prägung.
Bringe sie geistig zu neuer Erhebung.

Blaue Seide

Quelle: Pixelio.de

Die grau verhangenen Tage,
liegen auf einer Bahre
aus dunkler Wolkenlast.

Sie tragen unsere Tränen
in unsichtbaren Kähnen,
bis sie vom Licht erfasst.

Die Wolken ziehn am Himmel,
sind dort wie weiße Schimmel,
und haben niemals Ruh.

Eilen zu fernen Gluten,
wie stolz geschmückte Stuten,
vergehen dort im Nu.

Ein Lächeln kann verklären,
die Erdenlast nicht mehren,
das Leid verglüht im Glast.

Dann wird zu blauer Seide
dein Himmel, dir zur Freude,
die Erde eine Rast.

Bis uns das Licht der Ferne,
im Glanz der trauten Sterne,
zum letzten Mal verblasst.

Erlösungsworte

Geht ein Kampf durch Licht und Dunkel,
trennend, schmerzlich ist der Schnitt,
fern beseelt im Sternenfunkeln
geht der Geist des Chaos mit.

Viele Leben gehen verloren
und die Seelenteile schwinden.
Hässlichkeit wird neu geboren,
wo im Zauber sie sich finden.

Wie im Märchen, nennt man Namen,
den sie lang vergessen hatten,
ihr vom Geist gehalt‘ner Rahmen,
wird zerbrechen an den Schatten.

Nur die Liebe kann entzaubern,
löst in mannigfacher Form.
Durch den Missklang geht ein Zaudern,
böse, die Gestalt der Norm.

Bald zerbrechen alle Schalen,
und die Herzenskälte weicht,
wenn man dem, mit schlimmen Namen,
liebevoll die Hände reicht.

Lebensspirale

Lia Chechelaschwili *1971

Wenn stiller Tag Erinnerungen findet,
der Jahre, die vorüber, eilt die Zeit.
Wie eine Spule, die sich schneller windet,
wenn nur noch wenig abzuspulen bleibt.

Nur noch ein kleines Bisschen! Die Spirale,
sie dreht fast unsichtbar im raschen Kreis.
Die Optik täuscht. Kurz steht es vorm Finale,
in dem der Spule letzter Inhalt reißt.

Ein Schattenspiel – es endet im Verblassen,
macht manche dunklen Töne hell und licht.
Durch Nebel geht das irdische Verlassen,
wenn Sonne durch die Himmelsfirnis bricht.

So duftig trägt der Wolkenzug das Ende,
wie Zuckerwatte, süß, in höchstem Glück,
und die Spirale zieht schon längst in Wende,
ein neues Band – ein neues Lebensstück.

Des Geistes Nacht

John Atkinson Grimshaw (1836-1893) – Geist der Nacht

Die vielen Sprachen dieser Welt wirbeln im Wind,
bestrahlt von Sonne, Mond und Sternen.

All die, die tief im Herzen stumme Seelen sind,
reden mit leeren Worten, nicht bereit zu lernen.

Die vielen Augen dieser Welt, sie schauen,
doch geht ihr Blick ins Niemandsland hinein.

Sitzen am Meer, wo sich die Wellen bauen,
wollen kein kleines Korn des Strandes sein.

Schweig still, du wirres Klagewort der Welt,
begreif‘s als Mahnung in des Geistes Nacht:

Die Sterne stehen am Himmel ungezählt,
erhellen unsern Weg bis es vollbracht.

Herr der Herrlichkeit

Bild von jplenio auf Pixabay

Wo ist die Lebenszeit geblieben?

Die Stunden schwinden zwischen Tag und Nacht,
und wieder wird des Tages Fracht
vom Rad des Schicksals angetrieben.

Wie ist das Lebensband verbunden?
Verbringt man gute oder wenig gute Stunden
in purem Gottvertrauen und Geleit?

Der Geist des Herrn der Herrlichkeit,
verbindet Lebenslicht und Zeit…
hält unser Lebensband gebunden.

Mein Weg

Bild von Jim Semonik auf Pixabay

Auf meinem Weg,
da ging ich erste, kleine Schritte,
vertrauensvoll und freudig war mein Denken,
doch endlos schienen mir die vielen Tritte;
ich fühlte Menschen, die sich aufmerksam verschenkten.
In aller Munde trug man lächelnd ein Bewundern
in meine kleine Seele, die geblendet von dem Neuen,
doch weinend sank ich in die Kissen voller Trauer
und scheute ihre Blicke in der Jahre Dauer.

War ich verbunden
mit den Kräften, die mich sandten,
so streiften ab die letzten Bilder ins Vergessen.
Ein Tor schloss sich – ich wurde neu bemessen!
Es waren fremd und unvollkommen die Verwandten.
Geöffnet stand die Tür zum neuen Leben.
Hindurch zu gehen, fasste ich den Mut,
nur vorwärts ging es, aufwärts war mein Streben,
wo mich des Lebens Härte trieb und schlug.

War auf der Suche,
nach Geborgenheit und Liebe,
wollte erwachsen werden, suchte Plan und Sinn.
Doch was ich fand, war nur ein Ideal im Buche,
vergänglich war die heile Welt darin.
Irdisch begrenzt war auch das Menschenleben;
ich sah so viele kommen, viele scheiden.
Die Lebenslust war wie ein kurzes Beben,
das mich ins Chaos stürzen ließ und leiden.

Verirrte Welt!
Ich bin des Suchens müde,
mein Gang wird schwerer, matter, jeden Tag.
So, wie das Wetter, unbeständig, trübe,
sind meine Blicke leerer und verzagt.
Die Menschen, die mir Leid zufügten, sind mir Lehrer.
Werd‘ bald schon letzte kleine Schritte gehn.
Mein Seelenreifen war kein leichter Gang, ein schwerer;
Will selig, körperlos im Staub verwehen.