Rad des Schicksals

Rad des Schicksals – Tiziano Vecellio (1488-1576)

Ahnenforschung ist eine spannende Sache. Eine genetische Kette führt von Generation zu Generation in die ferne Vergangenheit. Abstammungen, die verblüffen, zeigen Vorfahren aus Herkunftsländern in Allerwelt. Den bisher Ahnungslosen wird ein genetisches Spiegelbild gezeigt, das mancherlei Hautfarben und Religionen präsentieren kann. Alles nur körperliche Eigenschaften, die zwar Blutsverwandtschaften aufweisen, jedoch keine geistigen Entwicklungsstufen anzeigen.

Re-Inkarnation mag wissenschaftlich nicht beweisbar sein, doch für mich ist sie eine logische Folge. Im Laufe des Lebens wird man an einen Ort geführt, den man schon lange zu kennen glaubt, obwohl man niemals zuvor dort war. Man fühlt etwas heimatlich Vertrautes, das einen immer aufs Neue anzieht.  Oder man wird plötzlich zu einem schon lange verstorbenen Menschen hingezogen. Im Tagesgeschehen scheint man ihn kaum vorher wahrgenommen zu haben, wird dann aber möglicherweise durch ein Bild ‚angesprochen‘, das einen aufs Tiefste berührt. Man weiß nicht wieso, aber man kennt diesen Menschen – es ist wie ein Déjà-vu. So ging es mir mit Friedrich von Schiller und Weimar. Es war wie das Öffnen einer bisher verschlossenen Türe. Nachdem ich im Goethe Museum zu Düsseldorf vor dem Graff Gemälde Schillers gestanden hatte, verließ ich tiefgerührt die Ausstellung „Weimarer Frühling“. Das war Anfang des Jahres 2004. Seitdem hat sich vieles geändert.

Ahnenforschung ist eine materielle Anschauung; eine weitere Komponente wäre die Seelenforschung. Wer war ich vor diesem Leben und worin besteht die Verbindung zum jetzigen? Welchen Weg haben Seele und Geist bisher genommen? Man sagt: Wer hoch steigt, kann tief fallen. Eine Bewusstseinsstufe ‚hinaufzuklettern‘ ist bestimmt eine Lebensaufgabe, die mit einem falschen Fußtritt in einem tiefen Fall enden kann. Welches Karma musste ein solcher Fall ausgleichen? Was hat die Schule des Lebens als Hauptfach für mich auf dem Plan? Was muss ich lernen? Was habe ich anderen Menschen zu geben?

Das Geheimnis der Vorleben bleibt verschlossen, wenn die Seele unter der Wahrheit im Diesseits leiden würde. Doch manchmal öffnet sich ein Spalt und man darf hineinsehen. Im Tagesbewusstsein wird man dorthin geführt. Vor vielen Jahren habe ich eine Rückführung machen lassen, die mehrere Stunden dauerte, weil ich Näheres über mein Verhältnis zu Schiller wissen wollte. Leider habe ich dazu in einer Art Trance nur ein einziges Bild zu sehen bekommen: Schiller in einer offenen, großen Kutsche, ganz in Felle gehüllt und Goethe daneben, der hinzu steigt, in Kniebundhosen gekleidet und mit damals üblichen Schnallenschuhen. Alles andere bleibt im Verborgenen.

Es gibt viele Situationen, die mich in puncto Vorleben stutzig gemacht haben. Ich hatte eine hellsichtige Bekannte, zu der ich regelmäßig fuhr. Sie nannte sich Schamanin und sprach über Esoterik. Mitten in einer solchen ‚Schulung‘, die mit mehreren Frauen stattfand, stockte sie plötzlich, und wandte sich an mich: „Du hattest in einem früheren Leben etwas mit Jan Huss, Luther und Eck zu tun.“ Zu einem späteren Zeitpunkt dann: „Du wurdest auf Befehl von Katharina II“ auf dem Marktplatz in Moskau enthauptet. Du warst Anführer der Kosaken und hast wild ausgesehen.“  – (Anm. Sein Name war Jemeljan Iwanowitsch Pugatschow)

Wenn das alles zu meiner Seelenvergangenheit gehören sollte, würde es im 1. Fall meine Verbindung zur Religion erklären. Aber es gibt noch weitere Aussagen anderer hellsichtiger Personen, über die ich nur ungerne berichte. Dabei spielt z. B. Schottland eine Rolle, auch von einem Vorleben als jüdisches kleines Mädchen mit Folterungen und einem brutalen Ende wurde mir berichtet, obwohl ich nie nach meiner Vergangenheit gefragt hatte. Letzteres berührt mich noch heute.

Mag sein, dass man manches sehen soll und manches nicht. Hier auf Erden, auf der oftmals unterdurchschnittlichen Bewusstseinsebene der Menschheit, macht man gegensätzliche Erfahrungen, weil man daraus lernen soll. Hier gibt es kein abgestuftes Leben, in dem die Menschen, die die gleiche Evolutionsstufe erreicht haben, die gleiche Existenzebene einnehmen. Hier macht man auf einer Ebene gegensätzliche Erfahrungen. Hier leben unentwickelte und hochentwickelte Seelen. Auf dieser materiellen Ebene leben Tag für Tag Menschen mit unterschiedlichem geistigen und spirituellen Niveau eng beieinander.

Ist Re-Inkarnation wahr? Es gibt diejenigen, die die Idee der Re-Inkarnation ebenso nachdrücklich ablehnen wie diejenigen, die sie aufgrund ihrer Erfahrungen befürworten. Ich gehöre zur letzten Kategorie.

Die Heilung dieser Welt wird durch geistige Kraft erreicht. Diese ist keine Zauberei, denn die Kraft wird von der Seele des Leidenden angezogen. Deshalb kann sie erst dann eine Reaktion hervorrufen, wenn diese Seele berührt wird. Es gibt keine magnetische Verbindung, solange die Seele nicht offen ist. Wenn sie verschlossen ist, kann sie keinen Kontakt herstellen.

Unsere Welt muss sich geistige Heilung verdienen. Wer in dieser Welt ein falsches Leben führt, z. B. mit unnötiger Grausamkeit hilflose Tiere und Mitmenschen quält, hat das Recht auf Heilung verwirkt.

Das Rad des Schicksals wird sich weiterdrehen und die Menschheit in einem schier unendlich erscheinenden Prozess zum Guten führen.

Federleicht

Bild von Sabine Zierer auf Pixabay
Gib Achtung jenem Drängen, 
das tief im Herzen liegt;
als ob‘s mit zarten Klängen
ein Notenblatt beschrieb.

Tanz leicht im Takt des Liedes;
sei fröhlich und beschwingt.
Folg seinem Rhythmus, lieb es,
weil es von Wahrheit singt.

Folg federleicht dem Einen,
der übers Wasser ging;
hör, wie das Lied in Reimen
den Glauben trägt im Sinn.

Wirf einen Stein ins Wasser,
schau, wie er untergeht,
sieh, es bewegt ein Raster,
das weite Kreise dreht.

Das Wertvolle im Leben,
umkreist noch lang die Welt;
sei nicht ein steinig Beben,
der untergeht und fällt.

Folg tanzend allen Winden,
durchströme Raum und Zeit;
du wirst das Gute finden
im Takt der Ewigkeit.

Pilgerweg

Peregrinus preparatus – Westminster abbey
Das Leben ist uns Lehrpfad hier auf Erden,
ist uns ein Pilgerweg, mit Blumen ausgeschmückt,
auch wenn die Schritte steinig unterlegen,
ist er mit Liebe und mit Hoffnung überdeckt.

Wir sammeln Blüten wie Erfahrungswerte,
mit Steinen bauen wir ein winderprobtes Haus;
wir folgen einer unbekannten Fährte,
die sich durchs Leben zieht, auch wenn es graust.

Schau immer nur nach oben, nie nach unten -
die Sonne scheint vom Himmel jeden Tag.
Mit hellen Strahlen wird sie ewig funkeln,
ist uns ein Sinnbild, das uns geistig füllen mag.

Vital erleuchtend wird sie Kummer stillen,
den Geist in uns erreichen und beleben;
das, was uns niederschlug in Weisheit hüllen,
in unser Pilgerkleid den Glauben weben.

Kein Buch auf dieser Welt kann ihn uns lehren,
kein Lehrer weitergeben dem, der’s wissen will.
Die Göttlichkeit im Menschen zu beschreiben,
gleicht einer unbekannten Pflanze, die erst keimen will.

Durch deine Taten musst du sie verdienen -
Wahrheit erkennen, frei und ohne Schuld.
Sei Pilger nicht zu Kirchen und Ruinen,
erreich das Ziel des Lebensweges in Geduld.

Stille hören

Unsterbliche Seele – Sulamith Wülfing (1901-1989)
Stets aufs Neue ‚Stille hören‘,
wie sie auf die Schultern rieselt,
ganz von oben, fern der Erde,
so, wie warmer Regen nieselt.

Jeder Tropfen wird zum Golde,
legt sich auf das Heer der Sinne,
dass es Schwere der Gefühle
federleicht zum Vorschein bringe.

Und im Draußen, die Gestalten -
sind zu viele an der Zahl,
ziehn vorbei mit langen Schatten,
tragen schwer die Lebensqual.

Fühle mit geschloss‘nen Augen,
wie es Sterne um mich regnet,
wie aus unbekannter Ferne
Großer Geist mich liebend segnet.

Liebe in den Herzen

Durch die Gehäuse wandern,
des Großen Geistes Hüllen,
in allen Fehl- Gedanken,
das Nicht-Vollkommene füllen.

Vom Falschen, das uns bindet,
in Lebenszeiten trennen,
dass sich das Wahre findet,
in Dunkelheit und Engen.

Nicht Unglücksträger sein,
der Schuld an Leid und Schmerzen,
verhindern Not und Pein,
mit Liebe in den Herzen.

Heer der Taggedanken

Quelle: Pinterest – Christian Schloe, Austria

Im Heer der vielen Taggedanken,
steht deine Seele tief inmitten Krieg und Frieden.
Manchmal, wenn es dich trifft, wirst du am Boden liegen;
von Kampf und Schwere in die Knie gezwungen,
hast du im Leid erstritten, was dich ließ gesunden;
heldenhaft aufgerichtet nach Verlust und Überwinden,
nach Nächten voller Tränen, wirst du neue Wege finden.
Die Zeit hat alte Seelenwunden dir verbunden,
denn was du suchtest, hast du längst gefunden.
Wirst neue, hoffnungsvolle Ziele sehen:
Am Ende aller Kämpfe wird der Friede stehen!

Geisteslicht

Bild von Leopictures auf Pixabay
Ein Wunschkonzert ist dieses Leben nicht,
oft scheint der Schatten uns, als die Substanz,
und wenn die harte Schale einer Nuss zerbricht,
beißen wir sie, den Kern verschmähn wir ganz.

Wir scheuen manche Wirklichkeit im Licht,
sehn die Materie als krankheitsbringend an.
Die Wahrheit steht vor uns – wir sehn sie nicht,
ein Zufall ist für uns des Lebens Plan.

Glücklich ist der, der weitergeht und glaubt,
das alles besser wird im Geisteslicht,
das unterstützt, wenn uns das Leben raubt,
was stark macht, wenn der Mut zerbricht.

Niemals verlassen sein, trotz Schwäche oder Not,
an Hilfe glauben, selbst im tödlichen Moment,
sie ist die Wahrheit – ein gerechtes Lot,
im Dasein uns ein festes Fundament.

Gottes Trost

Göttlicher Schutz – Sulamith Wülfing (1901-1989)
Es tröstet den die ewige Liebe,
der glaubt und hofft trotz schwerem Los.
Wenn Tröstung aller Welt zerstiebe,
‚hört‘ er in sich den Gottestrost.

Wenn Menschentröstungen versinken
und untergehn in Euphorie,
wenn sie im eignen Tun ertrinken,
durch nicht verstandene Empathie.

Dann übertönt der Schwall der Stimme
den eigenen inneren Rückzugsort
und überhört durch laute Dinge,
das „Weine nicht!“ und Heilands Wort.

Feinhörig sein, trotz Drang des Lebens.
Wortreicher Menschentrost vergeht!
In Leidenschaft sucht man vergebens
den inneren Gott, der uns versteht.

Himmlische Heerscharen

Dem dunklen Haus des Menschen Licht zu geben,
die gute Tat zu sein, auch wenn sich der Erfolg verhüllt,
ist wie ein Strahlen auf den Erdenwegen,
das uns umgibt - ein unsichtbarer Schild.

So ist kein einziger Versuch vergeblich,
denjenigen zu helfen, die in Nöten stehen
und keine Anstrengung zu klein und kläglich,
dem Guten Pionier zu sein im Vorwärtsgehen.

Die Kraft des Geistes trägt die magischen Momente,
gilt uns als Ausdruckskraft, die unsere Welt beseelt,
sie drückt sich aus in menschlichen Talenten,
verschleiert ist die Sicherheit, die niemals fehlt.

Ist so, wie eine Bürgschaft hier auf Erden,
die unveränderlich, unwandelbar erstellt,
die ihre Form behält im Sein und Werden,
auch wenn Materie in Staub und Asche fällt.

Von einer Heerschar Leuchtenden umgeben,
die unser Los begleitend, helfend stehen;
als unerschütterliche Basis stets zugegen,
unmessbar durch Geräte dieser Welt zu sehen.

Seelenflammen

William Adolphe Bouguereau 1825-1905

So, wie der Flamme gold’ner Schein
sich züngelnd streckt gen Himmel sanft empor,
so werden auch die alten Seelen
zu den lichten Höhen streben.
 
Und öffnet sich durch Endlichkeit
des Erdendaseins fremder Sphären Tor,
verbindet sie die Ewigkeit des Seins,
um sie in fernste Galaxien fort zu heben.