Bald schon ist der Mai gegangen,
nahm die Lüfte rein und mild,
zog mit ihnen in den Sommer,
der schon schmückt das traute Bild.
Frohnaturen jubeln, singen
ihm entgegen wie ein Zug.
Leise wandelnd, wandelt alles
sich zur Reife, hin zum Pflug.
Dunst und Dampf gewob’ne Tropfen -
wo seid ihr im Nichts dort oben?
Regen, falle auf die Erde,
wenn im Schweiß ihr Kleid verwoben.
Sollen Morgenwinde wehen,
wie im Mai in erster Stunde.
Zeig in Sonnenschein und Regen
unseres Schöpfers Tat und Kunde.
Ich wünsche mir mein Büro zurück,
mit Klimaanlage und Kühle.
Ich sehne mich nach vergangenem Glück,
mit Schaukel und Gartenstühlen.
Dem Sommer bin ich abgewandt,
möcht‘ mich am liebsten verkriechen.
Mag nicht das Meer und den vollen Strand;
will nicht Schweiß und Sonnencrem‘ riechen.
Die Menschen laufen draußen umher,
so froh gelaunt und so munter,
als gäbe es keine Hitze mehr.
Ich lass‘ früh die Rollos herunter.
Die Luft wird mir knapp, ist zum Schneiden fast,
und nachts macht der Tag so weiter.
Ich wünsch mir herbei ein herbstliches Nass,
und der Winter macht dann weiter.
Zerflossen in dieser ‚Sommerlust‘
wünsche ich mir kühlere Tage.
Fühl‘ mich bedrängt von Wärme und Frust.
Der Sommer ist meine Plage!
Stockrosen schmücken das alte Haus
mit duftigen Blütenkleidern,
wie alte Damen sehen sie aus,
begrünt in samtigen Leibern.
Äcker und Felder sind dürr und erstarrt,
von Sonne verbrannt und in Schwere.
Abgeerntet so manche Saat,
in den Fluren schon Spätsommerleere.
Sonnenblumen sind standhaft und wach,
wogen sanft in den flirrenden Gluten.
Das Grün der Kartoffeln liegt hitzeschwach,
gesenkt, über inneren Bruten.
Schon bald hebt der Bauer die Felder leer,
geborgen, die kostbaren Knollen,
die seit 300 Jahren, zu des Königs Ehr,
ihm und dem Volk Achtung zollen.
Als damals der Hunger die Mägen schnürte,
war „Schmalhans Küchenmeister“.
Wird heut‘ ein Koch mit Sternen gekürt -
da „scheiden sich die Geister“.
Die Gesellschaft liebt es mediterran,
exotisch sind fremde Genüsse.
Es jammert und giert der Größenwahn.
Isst man arm, wenn man deutsch essen müsste?
Die Hungersnöte sind noch im Land,
fort sind die einfachen Katen.
Wo stehen noch Stockrosen an der Wand? -
In meinem erträumten Garten!
Die Hitze hat des Sommers Los gesprochen,
doch fühlt man schon den nahen Regen
und bald, mit unsichtbarem Degen,
hat jeder Blitz den Hitzeschild zerbrochen.
Hör‘ in der Ferne erstes Donnergrollen,
der Himmel ist verdichtet, Wolken ziehen.
Ein jeder Halm schickt seinem Durst ein Wollen,
als würden Pflanzen vor der Hitze fliehen.
Bewegungsarm die Menschen in den Räumen,
voll warmer Luft gelingt das Atmen schwer.
Der Wunsch nach Kühle ist in allen Träumen -
wie einst vom Sommer – bloße Gegenwehr.
Erste Frühnebel verschleiern die Stadt, vom nahenden Herbst ein Erinnern. Die Nachbarschaft in gedämpftem Matt, in den Fernen ein graues Schimmern.
Ich freu mich auf Astern und Heidekraut, den Balkon in Lila zu schönen, auf gedämpftes Sonnenlicht, mild vertraut, färbt die Blätter bunt, die jetzt grünen.
So erfrischend ist es, wenn Hitze vergeht, Heißluft ist für mich eine Plage. Der Herbst steht bereit, die Sommerzeit geht, mit ihr gehen die Spätsommertage.
Ein weites Land breitet sich aus, küsst fern den Horizont, das wie des Wandrers buntes Haus unter den Himmeln wohnt.
Geleitet rastlos wie der Wind, so sonnenwarm beschienen, vertreibt die milde Luft so lind, die Bitterkeit der Mienen.
Die Welt als grenzenloser Raum lädt ein zur stillen Rast; Natur sie winkt mit Strauch und Baum, grüßt dich als lieben Gast.
Genieße still am lichten Tag lauschend die Vogelrunde. Vergiss der Mühen Leid und Plag in schöpfernaher Stunde.
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