Längst verhallter Urknall – aus Trümmern geborene Welt; geballte Materie in kosmischer Ordnung. Mensch sein – schmaler Grat zwischen Urzeit und Wandel, Brücke zur Neuzeit. Darwin oder Gott? Evolution oder Schöpfung? Zeitreise durch die Irrtümer. Teil eines harmonischen Ganzen, universale Unendlichkeit – seit Anbeginn der Zeit und ewig während. Geschenk an die Menschheit, aus Träumen geboren, schwebend zwischen den Welten. Spielplatz der Energien, unendlich tanzend zur Sinfonie des Lichts.
Das Leben ist wie eine Pflanze, wurzelnd im Ur-Grund, zum Himmel strebend, jedes mit einzigartiger Blüte, im steten Werden, Wachsen und Vergehen. Immer aufs Neue erdentief versunken, irgendwann, vom Licht bestrahlt, neu erwachend, und vom Schein der Sonne gestärkt, wachsend und blühend, mit frischen Trieben. So reiht sich im Lichte GOTTES, Leben an Leben, Menschenblüte an Menschenblüte. Gib dich seiner Flamme und du bist verklärt!
Carl Vilhelm Holsøe (1863-1935) Junge Frau auf dem Balkon
Das Große in dir lieb’ ich, das du stets verneintest, schautest dich an, vor einem blinden Spiegel. Schaff dir ein klares Bild, dann blick hinein, erkenne! Schau deiner Seele hellen Glanz, sie schimmert sanft und warm. Sie wärmte mich. Wie ich sie liebte!
Sie hüllt mich nicht mehr ein und deine Worte flohen schwer. Zurück blieb NICHTS, das Wort „warum“ und Traurigkeit. Es gibt kein Mit-dir und kein Ohne-dich!
Ich treibe fort, in bitter-blut’gen Tränen, gelöst von aller Träumerei; zum Sterben müd’, geh ich den Weg allein.
Wo tausend Menschen meine Andacht stören, ist kein Friede.
Du hast ihn fortgenommen, vor der Zeit und allem Sinn. Mein Herz verbrennt im wehmutsheißen Regen. Nichts stillt die Glut, dein Bild wird nie vergehen.
Vincent Willem van Gogh (1853-1890) – Krähen über Weizenfelder
Das Zwitschern in den Zweigen ist verstummt, die Krähen kreisen schreiend übers Feld, als in der Frühe unkenntlich vermummt, der Herbst gekrochen in die Sommerwelt.
Vorboten stehn schon lange stumm bereit; bald fahren Schnitter übers weite Land, sammeln die reifen Ähren dieser Zeit, lösen der Sonne heißes Zeitenband.
Kurz scheint der Sommer, regennass und kühl, die Leichtigkeit des Seins, sie geht dahin. Herbstliches Licht nimmt manches Hochgefühl, bald wird aus Sommerende Herbstbeginn.
Gemäldeausschnitt: Maria Knotenlöserin Johann Georg Melchior Schmidtner (1625-1705)
Gefühlte Freiheit ist des Menschen Flucht aus Alltag, Dasein fristend in den Räumen. Im Außen er nach Licht und Sonne sucht, sein Geist sucht Wirklichkeit in seinen Träumen.
Sind’s oft verwirrte Fäden, unlösbar, die Menschen um ihr Schicksal banden, so mancher Sommertraum macht klar, das, was verband, kam irgendwann abhanden.
So ist der Faden unsres Lebensbandes mit vielen Knoten oft versehen. Ein jeder muss sie selber lösen, die eigene Schuld daran, verstehn.
Die alte Welt, die unzerstörbar schien, zerbricht am technisierten Leben; das Neue kommt, die alten Werte fliehen, Bequemlichkeit, die nehmen will, nicht geben.
Der Spaß der Zeit tanzt in den Alltagsköpfen, singt mit den Weltenbummlern im Duett, versucht mit allen Mitteln auszuschöpfen, was nichts Althergebrachtes auf dem Etikett.
Die Menschen beuten aus und unterdrücken, wollen stets größer, schneller sein und weiter. Erfindungen sind keine Himmelsbrücken, die andre Seite der Medaille ist nicht heiter!
Die Welt scheint ankerlos, von Gier gehetzt, mit Toten im Gepäck, viel an der Zahl. So brüchig wirkt sie, schwer verletzt, findet an vielen Orten Leid und Qual.
Sie blutet still, aus tausend Wunden, der „Herr der Fliegen“ tobt sich auf ihr aus. Bald scheint der Mensch auf ihr verschwunden, vergeht wie Staub, im Geisterhaus.
Auf dieser Welt sieht jeder nur Gewinn. Was geben wir zurück, wenn’s doch gestohlen? Bald treibt die Welt als Geisterschiff dahin. Ist an der Zeit, die Segel einzuholen!
Das alte Haus am Stadtrand, ist angefüllt mit Licht, doch in den dunklen Stunden sieht man’s von außen nicht.
Die durch die Räume schweben, es sind die alten Träume, der längst vergang’nen Leben, sie tanzen durch die Räume.
Ein Duft von fremden Ländern, ein Jauchzen und ein Singen, wie rauschen von Gewändern und unbekannte Stimmen.
Energie in allen Räumen, ein Flüstern und ein Raunen, wie längst verhalltes Lachen von magischen Alraunen.
Doch draußen ist es stille, der Abendwind weht leise. Der Ort, nur leere Hülle, träumt die vergessene Weise.
Die Geister dieses Ortes sind lang schon fortgeweht, im Klang des Zauberwortes, ein Traum, der weiterlebt.
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