Lied vom Nicht-Verstehen

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende!

Warum gibt es unsere Erde? Warum kreist um sie der Mond?
Warum dreht sie um die Sonne ihre Bahn?
Warum hat der Mensch das Glück, dass er auf dieser Erde wohnt?
Ist das Zufall oder folgt es einem Plan?
Warum fühl’n wir inneren Frieden, wenn wir Kinder schlafen sehen?
Warum ist ein Tag am Meer so tröstend schön?
Warum rührt Musik uns oft zu Tränen?
All das würde ich so gerne mal verstehen.
So viel kann ich mir nicht recht erklären,
all das würde ich so gerne mal verstehen

Warum denken manche Menschen, es gäb keine Pandemie
und sie lebten hier in einer Diktatur?
Warum glauben sie an jede noch krude Theorie
und sehen sich ’ner großen Sache auf der Spur?
Warum halten sie den Staat für ein tyrannisches System,
wo doch sie es sind, die andern Freiheit nehmen?
Wie könn’n sie sich selbst als Opfer wähnen,
während sie mit Nazis auf die Straße gehen?
Wie sehr sie den Rechten damit dienen,
können diese Marionetten wohl nicht sehen.

Warum lügt sich ein gewissenloser Herrscher an die Macht,
der sich einzig für sein Ego interessiert?
Der sein Volk mit Propaganda blendet, jeden überwacht
und bestraft, wenn man dagegen protestiert?
Der ein Nachbarland, das einfach nur in Frieden leben will,
über Nacht beginnt, gewaltsam einzunehmen
und uns mit Atomwaffen bedroht,
wenn wir’s wagen, seinen Opfern beizustehen?
Wie lebt man mit solch einem Vergehen?
Das kann ich beim besten Willen nicht verstehen.

Warum gibt es dies und jenes? Wie kann mancherlei passieren?
Warum ist so vieles schräg und wunderlich?
Solche Fragen kann man stellen und darüber debattieren
Doch die Antworten behält die Welt für sich.
Mit Verstand und Überlegung ist nicht allem beizukommen.
Manches gilt es, voller Ohnmacht anzunehmen,
es zu akzeptieren oder auch, sich mit aller Kraft dagegen aufzulehnen.
Wir sind kleinste Teilchen im System,
und sind, ganz egal, wie sehr wir uns bemühen,
nicht dafür gemacht, um alles zu verstehen.

#NoWar #Ukraine #StandWithUkraine #StopTheWar #LautSein

Text und Musik: Oliver Gies

Wenn aus dem Himmel…

von Friedrich Hölderlin (1770-1843)

Rezitation: Christian Reiner

Wenn aus dem Himmel hellere Wonne sich
herabgießt, eine Freude den Menschen kommt,
daß sie sich wundern über manches
Sichtbares, Höheres, Angenehmes:

Wie tönet lieblich heilger Gesang dazu!
Wie lacht das Herz in Liedern die Wahrheit an,
daß Freudigkeit an einem Bildnis –
über dem Stege beginnen Schafe

den Zug, der fast in dämmernde Wälder geht.
Die Wiesen aber, welche mit lautrem Grün
bedeckt sind, sind wie jene Heide,
welche gewöhnlicher Weise nah ist

dem dunkeln Walde. Da, auf den Wiesen auch
verweilen diese Schafe. Die Gipfel, die
umher sind, nackte Höhen sind mit
Eichen bedecket und seltnen Tannen.

Da, wo des Stromes regsame Wellen sind,
daß einer, der vorüber des Weges kommt,
froh hinschaut, da erhebt der Berge
sanfte Gestalt und der Weinberg hoch sich.

Zwar gehn die Treppen unter den Reben hoch
herunter, wo der Obstbaum blühend darüber steht 
und Duft an wilden Hecken weilet,
wo die verborgenen Veilchen sprossen;

Gewässer aber rieseln herab, und sanft
ist hörbar dort ein Rauschen den ganzen Tag;
die Orte aber in der Gegend
Ruhen und schweigen den Nachmittag durch.

Feuer der Liebe

Bild von Willgard Krause auf Pixabay
Ströme des Leidens,
wie in glühender Lava zu steinernem Strom erstarrt,
stirbt das Leben den Tod des Erkaltens.

Von lieblosen Herzen zu Eis verwandelte Welt,
du trägst in dir die Kunst des Verwandelns.
Mit flammender Seele taue auf das Eis,
mache fruchtbar die Erde durch furchtloses Handeln.

Gott legt Stille um die Schattenherzen,
bringt sie ins Reich des Vergessens,
stillt die Ströme des Leidens durch Hoffnung,
schmiedet mit Feuer der Liebe 
den Ring der Verbundenheit. 

Mein Vaterland

Human Element von Mike Winkelmann (beepl)
Wohl hab' ich Liebe für mein Vaterland,
Doch Liebe eigner Art, die zu bemeistern
Nicht mehr vermag der prüfende Verstand.
Für Barbarei kann ich mich nicht begeistern,
Nicht in der Jetztzeit, nicht im Alterthum.
Ich liebe nicht den bluterkauften Ruhm,
Ich liebe nicht die stolze Zuversicht,
Die sich auf Bajonette stützt — auch nicht
Den Heilgenschein des Ruhms aus alten Tagen,
Davon die Lieder melden und die Sagen.

Doch seh' ich gern, - weiß selbst nicht recht warum -
Der endlos wüsten Steppen kaltes Schweigen,
Wenn welk die Halme sich zur Erde neigen
Und nichts erschallt als Zwitschern und Gesumm.
Gern hör' ich auch der Wälder nächtig Rauschen,
Mag gern dem Wellgetös der Ströme lauschen,
Wenn sie im Frühling eisesfrei umher
Die Lande überschwemmen wie ein Meer.

Ich lieb' es auch, durch Dorf und Feld zu jagen,
Den Weg zu suchen durch das nächt'ge Dunkel,
Wo keiner Antwort gibt auf meine Fragen
Als ferner Hütten zitterndes Gefunkel.
Den Stoppelbrand der Felder seh' ich gerne,
Die weißen Birken an der Flüsse Borden,
Die Karawanenzüge aus der Ferne
Der wandernden Nomadenhorden.

Mit einer Freude die nicht Alle kennen,
Seh' ich im Herbst die korngefüllten Tennen,
Das Bauernhaus mit strohbedecktem Dache,
Geschnitzten Läden vor dem Fensterfache.
Und sonntags gern in träumerischer Ruh
Seh' ich dem Lärm betrunkner Bauern zu,
Wenn stampfend sie im Tanz die Schritte messen,
In Lust und Lärm der Woche Qual vergessen.

Übersetzung von Friedrich Martin Bodenstedt.
Michail Jurjewitsch Lermontow (1814-1841)

Fremdbesetzt

Die Schöpfung hat auf dieser Welt festgelegt, dass jedes Lebewesen nur sich selbst offenbaren kann. Wer oder was offenbart sich in einem Aggressor, der andere Menschen und Länder aus reiner Machtausübung beherrschen will? Was oder wer ist er selbst? Jede seiner Äußerungen, jede Tat, auch die, die er von ‚oben herab‘ seinen Untergebenen diktiert, jedes Wort, zeigt, was er selbst ist. Mit jedem Schritt offenbart er sich selbst oder die in ihm wirkenden Kräfte.

Gibt es so etwas wie Besessenheit? Be-geistert sein von seinem Tun, auch wenn es noch so schändlich ist. Bei einem Affekttäter sagt man: „Er war ‚außer sich‘.“ Für einen Moment hatte ein anderer Geist von ihm Besitz ergriffen.

Ich kenne eine sogenannte Schamanin/Heilerin, die ‚behandelte‘ ihre Kranken durch die geistigen Hände des verstorbenen Medizinmannes eines indigenen Volkes. Der trank vor jeder Behandlung mehr als eine Flasche Schnaps. Seltsamerweise wurde die Heilerin selbst davon nicht betrunken, obwohl sie den Alkohol ja für ihn in sich aufnahm. In den Momenten war sie wohl ‚fremdbesetzt‘.

Gewisse Dinge und Machenschaften kann man nicht erklären. Sie übersteigen den ‚gesunden‘ Menschenverstand.

Was sieht ein Mensch im Spiegel? Er sieht sich nur äußerlich, nicht aber in sein Ebenbild. Was wird ein Despot über die Tiefe seiner Seele denken? Er wird nicht wissen, dass der Großteil seines Wesens im Unbewussten liegt. Er spiegelt sich und findet sich und seine Machenschaften gut. Es scheint, er ist nur glücklich, wenn andere Menschen unglücklich sind. Sie alle sind für ihn tote Schachfiguren, eben leblos und uninteressant. Doch müssen sie für sein Spiel leben, in dem er König ist, beschützt von seinem Volk.

Der Tag wird kommen, an dem er fallen wird. Wie ich bereits in meinem Beitrag
http://www.gottes-bilderbuch.de/das-boese beschrieb, wird er alles um sich mit in den Abgrund ziehen. Das Böse wird sich selbst zerstören. Es bekommt im Moment einen Namen.

Die letzten Jahre vergingen dramatisch und tragisch für alle Beteiligten. Was folgen wird, bleibt im Geheimen. Irgendwann werden die Aggressoren wissen, dass sie nicht die Nummer Eins sind.

Die Zahl 1 ist die göttliche Zahl, die auch alleine, ohne andere Zahlen, existieren würde. Sie ist unteilbar und unendlich. Nullen würden aus Eins Hunderttausende machen, wenn man sie hinter die Eins stellt. Umgekehrt bleibt nichts, würde man die Eins auslöschen. Erst die Eins danach das Viele. Nummer 1 ist Gott, dann die Welt und dann die Geschöpfe.

Heile Welt

Durch Gas vergiftet –John Singer Sargent (1856-1925)

Zurückgeblickt auf ‚edle‘ Patriarchen,
deren Knöpfe an Uniformen, wie Waffen glänzten,
auf eine alte Welt, die Denkmäler bekränzte,
von üblen Führern und Monarchen.

Die Uniform gibt Größe auch den Todgeweihten,
formieren sie sich wieder hin zum Sieg.
So nutzlos und so ‚mutig‘ wie in alten Zeiten,
wollen sie Helden sein im Bruderkrieg.

Obwohl die ersten Vögel leise singen,
geht mir die Frühlingslust verloren.
Mir ist, als würden Todesschreie dringen
in unsre Welt – die ‚heile‘ Welt von morgen.

Russians / Russen (1985)

https://www.planet-schule.de/wissenspool/planspiel-atomkrieg/inhalt/hintergrund/zeitstrahl-kalter-krieg.html


Songtext: Sting und Prokofev Sergej

In Europe and America, there’s a growing feeling of hysteria,
conditioned to respond to all the threats.
In the rhetorical speeches of the Soviets
Mr. Krushchev said we will bury you.
I don’t subscribe to this point of view.

It would be such an ignorant thing to do
if the Russians love their children too.

How can I save my little boy from Oppenheimer’s deadly toy.

There is no monopoly of common sense
On either side of the political fence
We share the same biology
Regardless of ideology
Believe me when I say to you
I hope the Russians love their children too

There is no historical precedent
To put the words in the mouth of the President
There’s no such thing as a winnable war
It’s a lie we don’t believe anymore

Mr. Reagan says we will protect you
I don’t subscribe to this point of view
Believe me when I say to you
I hope the Russians love their children too
We share the same biology
Regardless of ideology

What might save us, me, and you
Is if the Russians love their children too.

In Europa und Amerika wächst das Gefühl der Hysterie,
konditioniert, um auf alle Bedrohungen zu reagieren.
In den rhetorischen Reden der Sowjets
Herr Chruschtschow sagte, wir werden euch begraben.
Ich schließe mich diesem Standpunkt nicht an.

Es wäre so eine dumme Sache, es zu tun, weil die Russen ihre Kinder auch lieben.

Wie kann ich meinen kleinen Jungen vor Oppenheimers tödlichem Spielzeug retten?

Es gibt kein Monopol auf den gesunden Menschenverstand,
auf beiden Seiten des politischen Zauns.
Wir teilen dieselbe Biologie,
Ungeachtet der Ideologie.

Glaubt mir, wenn ich euch sage:
Ich denke, die Russen lieben ihre Kinder auch!

Es gibt keinen historischen Präzedenzfall,
um die Worte in den Mund des Präsidenten zu legen.
So etwas, wie einen gewinnbaren Krieg gibt es nicht.
Es ist eine Lüge, die wir nicht mehr glauben.
Mr. Reagan sagt, wir werden euch beschützen.
Ich teile diese Ansicht nicht.

Glaubt mir, wenn ich euch sage:
Ich hoffe, die Russen lieben ihre Kinder auch!

Wir teilen dieselbe Biologie,
unabhängig von der Ideologie.
Was uns, mich und dich retten könnte,
ist, wenn die Russen ihre Kinder ebenfalls lieben.

Tanz auf den Wolken

William Adolphe Bouguereau 1825-1905

In hohen Sphären mit den Winden tanzen,
auf weißen Wolken lichtwärts schweben;
lasse von himmlischen Romanzen,
mich weit in ferne Himmel heben.

Verbinde mich im Reigen mit der Zeit
und flieg mit Engeln durch die Sonnenpforte,
im Tanz verbunden, schwebe ich so weit,
der Wind trägt mich bis an die fernsten Orte.

Und meine Seele hebt sich in die Lüfte,
vermählt sich mit den warmen Sommerwinden,
trägt mich in höchste Höh‘n und über tiefste Klüfte,
wird den verborgnen Weg zu Dir nach Hause finden.

In Windeseile

Ivan Konstantinovich Aivazovsky (1817 – 1900)

Es drückt wie Blei auf die Gemüter,
das dunkle Erbe letzter Nacht.
Lichtlose Zeit, wie graue Tücher,
hängst du erstarrt – was müde macht.

Das Rollo wird vom Sturm gerüttelt,
die Fenster zu, wie stumme Münder,
die Ohren lauschen, wenn es rüttelt
am Dachstuhl, wie ein Minenzünder.

Gedimmt erscheint die Helligkeit;
das Tageslicht hat zugedeckt
von letzter Nacht das helle Kleid,
in Windeseile ist’s versteckt.

Das Raunen, Pfeifen oder Rauschen
gleicht einer alten Melodie.
Der ‚kleine‘ Mensch muss ängstlich lauschen,
in demutsvoller Agonie.

Tanz des Windes

Songtext Übersetzung: „O Tag, erwache! Die Atome tanzen,
dank Ihm tanzt das Universum,
die Seelen tanzen, überwältigt von Ekstase.
Ich werde dir ins Ohr flüstern, wohin ihr Tanz sie führt.
Alle Atome in der Luft und in der Wüste wissen es genau, sie sind in einem Rausch.
Jedes einzelne Atom, ob glücklich oder unglücklich
verliebt sich in die Sonne, von der man nichts sagen kann.“

Der Sturmwind treibt den Winter aus,
er fegt das Land, die Stadt, das Haus,
er säubert Beet und Ecken,
die altes Laub bedecken.

Ganz wie ein Derwisch wirbelt er,
schwingt seine Röcke weit und schwer,
durchdringend wird sein Rauschen
und alle Ohren lauschen.

Das Heer des Himmels ist erwacht,
es treibt voran mit großer Macht,
die Welt ins Lot zu bringen,
nur Gott kann dies gelingen.