Dein Gesicht, wie es strahlt!
Einzig das Anschauen malt bunte Bilder
in mein graues Denken.
Wie deine Sonne von innen dich malt!
Sie weiß dir göttlichen Schimmer
zu schenken.
Wie dein Herz mich erhellt!
Deine Blicke halten mich fest, sie zügeln
den unruhigen Geist.
Es scheint nicht von dieser Welt,
wenn das Gefühl des Schwebens
mich dem Hier und Jetzt entreißt.
Wie sehr du mich erfüllst!
Worte, sie führen zusammen, verbinden
Geist und Körper im Fluss.
Charismatisch ist das Empfinden!
Die Anziehung, wie ein
nicht endendes Muss.
Es schmerzt so sehr: Ich lese deinen Namen! Er streut mir Salz in meine offnen Herzenswunden. Aus meinem Leben längst verschwunden, bist du… und immer noch kein „Amen“.
Weiß nicht was wird. Hab’ keine Ziele mehr und kein Warum.
Ich sah im Traum dich gehen… abgewandt und stumm, und neben mich trat ein Kapuzenmann in schwarzem Lein’. Seitdem du gingst, steh’ ich mit ihm allein. Der Tod ist gnädig, trotzdem fürcht’ ich ihn. Er ist so kalt und fordert tausend Tränen. Die Einsamkeit quält mich mit wehem Sehnen, und Finsternis liegt mir auf Leib und Sinn.
Weiß nicht was wird. Hab’ keine Träume mehr und kein Wofür. Nicht einmal schautest du dich um nach mir, nicht ein Gedanke mehr für mich…kein Wort!
Wasserperlen kleben auf der Scheibe – unaufhörlich wie der Regen rinnt. Tropfen, schillernd im kristallnen Kleide, fließen ineinander mit dem Wind.
Wie die Tropfen waren wir verbunden, spürten uns bei Tag, im stillen Traum. Nun ist alles, was uns band verschwunden, keine Liebe füllt den toten Raum.
Kalt und leer hast du dich selbst beschrieben, denn dein Lebenskrug brach jäh entzwei. Nichts als Wehmut ist zurück geblieben, und der Regen klopft den Takt dabei.
Alle Wärme wurde mir genommen, spür‘ nur Kälte statt Geborgenheit. Wird die Sonne nach dem Regen kommen, oder gar ein neuer Winter vor der Zeit?
Ach, könnt‘ ich doch schlafend unter dem Rasen ruhen, von Sonne beschienen und Regen gestreichelt, von erdigen, feuchten Schollen umschmeichelt, könnte nichts Falsches ich tun!
Wollte dich immerzu küssen. Dich berühren müssen war wie ein Trieb, der niemals endend dir Liebe beschrieb, und mein Sehnen nach deinen Augen, die so tief sind wie Seen… du warst all‘ mein Glück, doch Gedanken vergehen.
Ach, könnt‘ ich doch schlafend im All-Eins vergessen, was ich an dir besessen und doch nichts – nur ersehnt! Die Jahre werden schleichen über den Rasen, den keine Blüte je ziert, und das Land über mir, das erfriert. Dann kann ich nichts Falsches mehr tun… so lass mich doch ruhen!
Carl Vilhelm Holsøe (1863-1935) Junge Frau auf dem Balkon
Das Große in dir lieb’ ich, das du stets verneintest, schautest dich an, vor einem blinden Spiegel. Schaff dir ein klares Bild, dann blick hinein, erkenne! Schau deiner Seele hellen Glanz, sie schimmert sanft und warm. Sie wärmte mich. Wie ich sie liebte!
Sie hüllt mich nicht mehr ein und deine Worte flohen schwer. Zurück blieb NICHTS, das Wort „warum“ und Traurigkeit. Es gibt kein Mit-dir und kein Ohne-dich!
Ich treibe fort, in bitter-blut’gen Tränen, gelöst von aller Träumerei; zum Sterben müd’, geh ich den Weg allein.
Wo tausend Menschen meine Andacht stören, ist kein Friede.
Du hast ihn fortgenommen, vor der Zeit und allem Sinn. Mein Herz verbrennt im wehmutsheißen Regen. Nichts stillt die Glut, dein Bild wird nie vergehen.
Bald* bist Du gänzlich fort aus meinem Leben! Du gehst nicht ganz – ein kleiner Teil bleibt hier, den senke ich mit liebevollem Weben in die verborgne Kammer meines Herzens mir.
Nicht losgelöst sind alle Erdenstricke, noch hält mich die Erinnerung gebannt, doch bald pflegt Schwester Zeit mit leisem Schritte, mir mein gebrochnes Herz mit sanfter Hand.
Sie wird den Balsam des Vergessens auferlegen, der wie der Nachtwind sich in Seelen senkt. Sie wird die Wunden heilen, die noch quälen und tröstend Sehnsucht stillen, wenn der Tag beginnt.
Die Einsamkeit wird sich in Stille wandeln, mein Herz wird heilen, irgendwann und -wie. Nur manchmal senkt mir dein verklärtes Handeln „Verbundenheit“ in meine Phantasie.
In diesem Dunstbild sehe ich dich wieder, du hüllst mich ein, in weißes Traumgespinst. Dein Geist singt mir am Tage Trauerlieder, zeigt mir, dass Traumesbilder nicht das Leben sind.
Wie ein Dolchstoß traf mich dieses Wort, wie ein Pfeil durchdrang er Mark und Bein. Aus, vorbei! – Ein kurzer Schlussakkord, klang mir warnend tief ins Herz hinein.
Wo vor nicht allzu langer Zeit Nähe und Verbundenheit bestand, löst nun dieses messerscharfe Wort für ewig unser ‚untrennbares‘ Band.
Nichts blieb mir, nur Leere, Illusion. Abstand halten, wird zur Zukunftspflicht. Trifft mich doch dein harter Liebeslohn wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht.
Deiner Liebe hab‘ ich blind vertraut, doch sie war ein langes Trauerspiel. Wo normal sie Zukunftsschlösser baut, hattest du nicht einen Stein, – kein Ziel.
Alles nahmst du mir, nichts bleibt zurück. Scherben kann man kleben, Herzen nie! Kreuzt sich dennoch unser Weg ein Stück, werd‘ ich Abstand halten…irgendwie.
Ludwig von Hofmann (1861-1945) – Gretchen im Kerker
Still sein soll mein Herz – kann im tiefen Schmerz keine schwere Last mehr tragen, will verzagen an der Welt, an den vielen bangen Fragen, die uns unsre Liebe stellt.
Oft trifft die Erkenntnis bitter in den weichen Seelenkern, und der letzte Hoffnungsstern glänzt mir trübe durch die Gitter. „Einzelhaft – ein Leben lang!“, hör ich meine Seele klagen.
Werde niemals mehr befreit. Will und kann es nicht ertragen! Wenn der Kerkertüre Schluss, sich vollzieht durch deine Hände, fällt des Schattenbildes Guss hier an die Gefängniswände,
und dein Bildnis schwebt im Raum, um schnell wieder zu verblassen. „Irgendwann muss ich dich lassen!“, flüstert es mir leis‘ im Traum. Kann das Schicksal nicht verstehen – es erscheint mir wie ein Hohn!
Bleibt mein Wunschbild – Illusion? Und beim traurigen Erwachen, höre ich das Schicksal lachen: Es trägt Deiner Stimme Ton!
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