Vom Strom der Zeit gelöst und mitgerissen, nichts kann ihn halten, den Moment. Ein Augenblick ist wie ein innig Küssen, zeitlos erlebt, verbunden, dann getrennt.
Es streift durch jede Zeit Vergänglichkeit, die Toten tragen Ruhm und Glanz im alten Namen. Im Ganzen lebten sie – Geist existiert und bleibt, Es änderten sich Menschen, Mode, ihr Gebaren.
Generationen, wie sie lachten, liebten, und hofften, dass die Menschheit besser würde, und sich letztendlich doch bekriegten, im kleinsten Raum oder der Welt zur Bürde.
Sie machten nieder, was der andre baute, zerstörten Existenzen, Hoffnung, Leben, und als am neuen Tag das Chaos graute, lag ein Geruch der Fäulnis auf den Wegen.
Gepflastert einst mit Hoffnungsschimmern, hat dies ein Leichentuch längst zugedeckt. Verstummt ist auch das letzte Wimmern, zerstört das Land – ein grässlich leerer Fleck.
Wie ein Komet, der einschlug, Leben ändert, wirkt Klimawandel, Krieg und saurer Regen. Die neue Eiszeit kommt, nichts führt zur Wende; der dezimierte Mensch sucht neue Wege.
Vom Schein der Mode sollt‘ ich mich entwöhnen; ein Hauch von Nichts, der sich um Leiber schmiegt, ein bisschen krumm Gewachs’nes gerade biegt, die Blicke auf sich zieht, um zu verschönen.
Liegt doch ein Trug, der augenscheinlich da, in Kleidern, die den Trägern schmeicheln, kaschiert die Linie in einigen Bereichen und man verbirgt, was sonst erkennbar war.
Ganz unentbehrlich schienen einst die Blicke, die beim Flanieren meinem Körper galten; es war mir ein Genuss, sie an mir festzuhalten, es gab mir Selbstvertrauen, Leichtigkeit der Schritte.
Die Moden ändern sich im Lauf der langen Zeit, Gepflogenheiten sind nur temporär - das Alter kam, und jede Falte zeigt mir, was es mit sich nahm: die Schönheit und die Oberflächlichkeit.
Sieh, die Linden in der Sommernacht, deren grüne Kronen über Wege reichen, wie im Lüftespiel die Blätter gleichen, wenn sie rauschen, wild und sacht.
Lauscht dem Vogel in der Stille, träume, heb dich fort im Fluge deines Denkens, such den Schutz im Schatten grüner Bäume, ihre Art des milden Kühle Spendens.
Blühe, wie die Blüten einer Linde, webe einen Blütenteppich in Gedanken. Kränze deines Lebensbaumes binde, lasse Blütensterne um dich ranken.
Gebe jenen, die vorübergehen, einen Strauß, schenke, was dich selber glücklich macht. Breite deinen Blütenteppich aus, sei wie Linden in der Sommernacht.
Mit gesenkten Lidern durchwandern Menschen schlaftrunken die Welt. Gehen Seite an Seite und wissen nichts vom anderen; dabei suchen sie einander – vergeblich. Alle sind einsam, aber niemand ist alleine. Eine belebte Wüste der Einsamkeit.
Mit verschleiertem Blick gehen sie umher und vertreiben die Zeit mit Erwartungen. Ihre Augen sind offen, doch keine Wahrheit erreicht ihre Seele.
Sie sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie den versteckten Weltschmerz anderer nicht sehen. Sie sehen auch nicht die Lüge hinter dem Lächeln eines Mutlosen; sehen nicht den Ursprung eines Geschehens.
Menschen sind auf der Suche nach Liebe. Liebe ist kein Besitz. Liebe ist Freiheit. Wenn sie einen schwachen Hauch davon gefunden haben, versuchen sie sie zu halten. Ihre Hände greifen danach, doch werden sie den geliebten Menschen nicht daran hindern können, durch die Türe des Todes zu gehen. Bindende Schwüre werden genommen, doch die wiedergewonnene Freiheit macht Angst, denn das Läuten der Totenglocken bringt die Einsamkeit zurück. Nur Liebe bleibt bestehen!
Der aufmerksame Seher sieht den herrlichen Sternenhimmel über der Wüste, obwohl er weiß, dass ihm seine Stunde gesetzt ist. Er schaut zu den Sternen und weiß, dass er nicht alleine ist.
Rückschauend wird ihm bewusst, dass er nicht die belebte Wüste des Lebens durchwanderte, sondern mit verschleiertem Blick über eine Blumenwiese schritt.
Das Meer, es fließt, als gäb es keine Grenzen; mit weißer Krone steigt es, sinkt herab, es schwingt und schäumt durch irdische Frequenzen, in ewiger Routine zieht’s hinab.
In grauem Blau und gleißend lichtem Funkeln gleitet’s dahin am Erdenstrand der Zeit, bis es von Sturm gepeitscht, sich bäumt und dunkel als Fluidum das feste Land durchstreift.
In unbegrenzten Tiefen seiner Wonnen, mit Kraft des Schöpfers, die in Allem ist, wird es gespeist durch Mond und Sonne, bis das, was anfangs war, am Ende IST.
Frühe ist noch in grau getaucht, der Sonnenschein verhüllt; die Nacht ist fort, kein Himmel blaut, gar wolkig ist sein Bild.
Die Amsel schweigt, ihr Platz ist leer, kein Vogel balzt am Morgen; die Luft voll Wärme, atmet schwer, der Wind hält sich verborgen.
Das Hoch des Sommers Härte naht, schleicht langsam in die Räume; mit Sonnenglut auf großer Fahrt brennt es das Laub der Bäume.
Dann stöhnt der Mensch im Hitzebrand, das Harz der Kiefer duftet, wenn sie im Garten, ab und an, die alten Nadeln lüftet.
Es werden Wolkenflöckchen ziehen, in rosaroten Farben, am Himmel werden Rosen blühn, des Großen Geistes Gaben.
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