Frank William Warwick Topham (1838-1924) – Der zerbrochene Krug
So viele Tränen hab ich geweint, zu Hause in dunkelster Stunde. So viele Verse hab ich gereimt, sie tragen des Leids bittre Kunde.
Vergeblichkeit spür’ ich, in all meinem Tun, bei Tag und bei Nacht in den Gliedern. Meine zerbrochene Seele muss ruhn. Gabst meinem Gefühl kein Erwidern.
Mit vollen Händen stand ich vor dir, gab dir mein Herz, unverwunden. Du hast’s genommen, doch was gabst du mir: Nur ein paar gestohlene Stunden!?
Brachte der Wahn nach vermeintlichem Glück, nur Illusionen und Träume zum Blühen, lass’ ich mit bittrer Enttäuschung zurück, all’ meine Hoffnung, mein Mühen.
Alles im Wandel! Die Gegenwart rinnt wie feiner Sand durch die Hände, auch, wenn das Sehnen tief in mir brennt, so fühl ich doch: Es ist zu Ende.
Wieder hat meines Schicksals Geschick ein bittres Kapitel geschrieben. Die Zeit begräbt mein scheinbares Glück, ich werd’ von ihr weiter getrieben.
Lange noch sucht die Sonne vergebens, einen Weg, durch die Wolken zu scheinen. Solang’ der gänzliche Sinn meines Lebens, ist, deinen Verlust zu beweinen.
So fremd sind uns historische Epochen, so grausam das Geschehen mancher Zeit. Ein Lidschlag war’s und 100 Jahre krochen, so wie ein Windhauch durch die Ewigkeit.
So manche Seele hat die Zeit verschlungen, doch auch so viele neu der Welt geboren, und immer hat der Mensch danach gerungen, den Gott zu finden, den er glaubt verloren.
So viele Hilfeschreie in der Not durchdrangen den Schleier dieser andren Dimension, wo Gottes Helfer menschlich wehes Bangen in Freude wandeln, nur für Glaubenslohn.
So geht der Engel, der dich freundlich leitet, von Ewigkeit zu Ewigkeit mit dir; schützt deine alte Seele Flügel breitend, und bist du einsam, steht er vor der Tür.
So trägt er für dich manche Daseins-Bürde, und oft trägt er auch dich auf seinem Rücken; als wenn die Liebe niemals enden würde, baut er dir ständig neue Himmelsbrücken.
Auf einmal bist du da, so fremd auf dieser Welt. Gefangen – körpernah, vom Daseinsschmerz gequält.
Dein Blick ins Weltenreich trifft unbekanntes Land. Die Heimat, unerreicht, dein Geist in Gotteshand.
Ein Ruf erging an dich, mit Schmerz bist du erwacht. So unabänderlich folgst du, bis es vollbracht.
Die Jahre gehn dahin, du lernst und übst Verzicht. Fühlst manchen leeren Blick, den Schlag in dein Gesicht.
Das Böse in dir selbst, lehrt andere verstehen. So kannst du unbetrübt in die Vergebung gehen.
Und jeder Augenblick bringt dich an eine Wende, verwandelt dein Geschick; stets ist dein Weg zu Ende.
Erkenne und erwähle der Gottheit reiches Geben. Bild‘, wanderfrohe Seele, das Kunstwerk deines Lebens.
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