Längst verhallter Urknall – aus Trümmern geborene Welt; geballte Materie in kosmischer Ordnung. Mensch sein – schmaler Grat zwischen Urzeit und Wandel, Brücke zur Neuzeit. Darwin oder Gott? Evolution oder Schöpfung? Zeitreise durch die Irrtümer. Teil eines harmonischen Ganzen, universale Unendlichkeit – seit Anbeginn der Zeit und ewig während. Geschenk an die Menschheit, aus Träumen geboren, schwebend zwischen den Welten. Spielplatz der Energien, unendlich tanzend zur Sinfonie des Lichts.
Das Leben ist wie eine Pflanze, wurzelnd im Ur-Grund, zum Himmel strebend, jedes mit einzigartiger Blüte, im steten Werden, Wachsen und Vergehen. Immer aufs Neue erdentief versunken, irgendwann, vom Licht bestrahlt, neu erwachend, und vom Schein der Sonne gestärkt, wachsend und blühend, mit frischen Trieben. So reiht sich im Lichte GOTTES, Leben an Leben, Menschenblüte an Menschenblüte. Gib dich seiner Flamme und du bist verklärt!
Sie waren jung und sehr verliebt, hatten nur Augen für sich, in ihnen erwachte ein lockender Trieb; ihr Treiben kam bald ans Licht.
Nicht ohne Folgen blieb ihr Tun, die Gesellschaft regte sich auf, die Anklagen Dritter wollten nicht ruhen, das Schicksal nahm seinen Lauf.
Der Liebe folgte alsdann das Bereuen, sie waren arm und naiv. Nie konnten sie sich ihren Leichtsinn verzeihen, weil ihr Leben nun ernsthafter lief.
Die Verwandtschaft drängte folglich zur Ehe, SIE zeigte stolz ihren Bauch. Es gab keine Jobs in ihrer Nähe, er ging noch zur Lehre, sie auch.
Sie feierten schließlich Hochzeit in Eile, erwarteten Hilfe vom Amt. Er lernte noch eine lange Weile, ihre Ausbildung ‚fuhr gegen die Wand‘.
Als Geselle wurde er stolzer Vater, dann folgte Kind Nummer Zwei. Von vorne begann das Kinder-Theater. Man(n) wünschte sich Ruhe herbei.
Sie war für Kinder und Haushalt da, er hielt es nicht so mit der Treue. Sie wurde im Alter wie unsichtbar, nebenher nahm er sich eine Neue.
Es trieb ihn zu seinen Zech-Kumpanen, dort betrank er sich über Gebühr. Handgreiflich und wirr kannte er kein Erbarmen, sie setzte ihn vor die Tür.
Gewalttätig blieb er, ist meistens betrunken, ist frustriert von Frau und von Kind. Ihr Leben bleibt so, in Schulden versunken, …wenn sie nicht gestorben sind.
Ich fühle, wie Gestalten im Dämmerschatten stehen, sind unsichtbar verknüpft mit meinem Zeitgeschehen, zeigen hilflose Momente, warnend und wohlbekannt, von denen ich mich trennte – vernarbtes Lebensband.
Möcht’ ich mich auch entziehen, in wilder, langer Flucht, so kann ich nicht entfliehen, aus dieser Lebensschlucht. Schau mutig ich hinüber, mit ungetrübtem Blick, bringt dieses Schau’n doch wieder Erinnerung zurück.
Sind’s dunkle Lebensflecken, die dort im Nebel stehen, die mir aus finster’n Ecken tief ins Bewusstsein gehen. Die vielen off’nen Wunden – sie heilen wird die Zeit – sind noch nicht überwunden, obwohl Vergangenheit.
Die Finsternis haust in den Ecken voll Armut, zwischen Schmutz und Kot. Das Elend wächst, muss nichts verstecken, die Welt schaut weg, will Spaß, nicht Not.
Die Kinder wälzen sich im Müll, mit ihnen spielt Armseligkeit. Touristenreich durch das Idyll flaniert der Spaß im neuen Kleid.
Wo neues Leben reift heran, wächst neuer Hass auf Wohlstandländer. Der Urlaubsspaß von nebenan, beschallt die europäischen Ränder.
Über die im Mittelmeer ersaufen, fährt derweil unsre Kreuzfahrtflotte. Sind doch nur junge Männer-Haufen, schwarz noch dazu: Lasst sie verrotten! (Ironie aus)
Was will Europa denn mit denen? Geht wieder nur auf unsre Kasse! Müssen wir Christen uns nicht schämen? Sind Kirchen, Menschen ohne Klasse?
Betrüger, Schlepper, Waffenhändler, sie schröpfen, töten ohne Skrupel, die Hoffnung heimatloser Pendler mit Blut bezahlt. Es rollt der Rubel!
„Und ewig grüßt das Murmeltier.“ Es scheint so fern, was doch so nah. Der Mensch gleicht einem wilden Tier – hier wird das Böse offenbar.
Hört ihr des Donnervogels Schwingen, wie er sich abends machtvoll hebt? Hört ihr des Luftstroms weiches Singen, wenn er in luft‘gen Höhen schwebt?
Mit Myrrhe ist sein Horst bedeckt, er trug die Bitterkeit der Welt, im Gold-Gefieder wohl versteckt, hoch in sein Nest am Himmelszelt.
Wie prächtig war das Federkleid der menschengroßen Kreatur! Er trug das Bild „Vergänglichkeit“, als Zeichen seiner dunklen Spur.
Den Menschen muss er Buße bringen, als Totengott im Abendlicht, und in der Göttersage Stimmen, mahnt er zur Vorsicht und Verzicht.
Wenn erstes Sonnenglüh‘n mit Macht am Morgen aus dem Meere steigt, verbrennt er in der Flammen Kraft, im Strahlenglanz der Ewigkeit.
Doch irgendwann nach hundert Jahren wird er aus Asche auferstehen, verjüngt, Unsterblichkeit erfahren, nach langem Tod den Himmel sehn.
Phönix entsteigt der Asche – Bestiarium von Aberdeen
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