Wie der Wind sein, der Starres lebendig macht, der den Geist des Lebens atmend über die Erde streift, sie in Ruhe wiegt, wenn er sanft darüberfährt, Wurzelloses entfernt und alles Haltlose mit sich trägt in seiner Wildheit, wirbelnd wie im Tanze, aufbäumend zu einem Strudel beseelender Erneuerung.
Wie das Wasser sein, das durch Felsen bricht, aus Höhen gefallen in die Tiefe stürzt vor steiniger Wand, das auswäscht die Verkrustungen der Welt, ungestüm rüttelt an Blockaden, die vor rechten Wegen stehn, zielbringend Leichtigkeit trägt wie schweres Holz, über die Untiefen des Lebens.
Wie die Sonne sein, die gleich gültig auf alles scheint, gleißend den Himmel malt beim Auf- und Untergang, die die Erde streichelt mit Sonnenhänden, sie verbrennt, um umzuschaffen, zu erneuern, im Sinne des Großen Geistes, der in allem ist.
Das, was vergeht, wird auferstehn, das ist des Lebens Sinn.
Manchmal gibt es Momente, die, wie ein Fingerzeig von oben, Nachrichten bringen. Hier durch eine zufällige ‚Begegnung‘ im WordPress-Reader, wo ich auf einen Text von RoyalSchwabe (Künstlername) aufmerksam wurde. Einen Tag später bot er mir an, speziell zu diesem Thema einen Song für mich zu schreiben. Da ich seine diversen Rap-Titel bei YouTube entdeckt hatte, die verblüffend ähnlich sind, wie die Raps meines Sohnes, willigte ich ein und bin verwundert und fasziniert, was daraus in so kurzer Zeit entstanden ist.
Ich bin RoyalSchwabe sehr dankbar für seine Arbeit, die mich sehr berührt hat. Patrick hätte der Song gefallen.
Ein Lied für meinen verstorbenen Sohn Patrick.
Text und Sound von RoyalSchwabe und seiner Queen, geschrieben am 18./19. Mai 2025
[intro] Manche gehen nicht, sie wechseln nur den Raum, und manchmal erzählen Träume, was das Herz schon weiß.
[Part 1] Weißer Raum, ganz oben im Turm nur Matratzen; dein Lächeln – warm wie ein Sturm, wir albern wie früher, du bringst mich zum Lachen, das Handy klingelt – böses Erwachen. Ein Augenblick später, das Licht ist gedimmt, der Raum plötzlich fremd und der Traum verschwimmt. Ich wusste sofort, dass du fort bist, mein Kind. Keiner kann sehn, wie der Schmerz in mir glimmt.
[hook] Wind trägt Dein Lachen durch die Bäume hier. Ich schließ meine Augen, dann bist Du bei mir; Herz in der Stille, so fern und doch nah. Du gehst nie verloren, Du bist immer da!
[Part 2] Ein letzter Chat, du sagtest, dir gehts nicht gut, vor Aldi fast gestürzt – doch du machtest mir Mut: „Geh morgen zum Arzt“, sagtest du, ganz normal, doch des Schicksals Karten waren kalt und brutal; zehn Tage Stille, ich hoffte verkrampft, doch innerlich wusste ich längst was das heißt. Der Polizist kam, sein Blick war leer, mein Sohn lag da oben – doch ich fühlte nichts mehr.
[hook] Wind trägt Dein Lachen durch die Bäume hier. Ich schließ meine Augen, dann bist Du bei mir; Herz in der Stille, so fern und doch nah. Du gehst nie verloren, Du bist immer da!
[Part 3] Im Freiwald von Venlo, ganz still und allein, ohne mich, ohne Freunde – das durfte nicht sein. Ein Grab ohne Blumen, kein letzter Blick, nur der Wind in den Zweigen gab Antwort zurück. Ich blieb allein mit zerbrochenem Herz, voll Schuld und Gedanken und endlosem Schmerz. Hab nicht aufgepasst, war nicht mehr bei dir – doch in meinen Träumen kommst du zurück zu mir.
[hook] Wind trägt Dein Lachen durch die Bäume hier. Ich schließ meine Augen, dann bist Du bei mir; Herz in der Stille, so fern und doch nah. Du gehst nie verloren, Du bist immer da!
[Part 4] Dann Heintje im Traum – „Mama, wein doch nicht mehr!“, ein Schlager, so fremd, doch die Botschaft war klar. Erwachte benommen, doch innerlich leicht, als hätt deine Seele mein Herz sanft erreicht. Seitdem ist es anders, der Kummer wird weich, du bist nicht verloren, nur fern und doch gleich. Dein Lachen, dein Blick – sie sind nicht mehr hier, doch in stillen Momenten, da sprichst du mit mir.
[hook] Wind trägt Dein Lachen durch die Bäume hier. Ich schließ meine Augen, dann bist Du bei mir; Herz in der Stille, so fern und doch nah. Du gehst nie verloren, Du bist immer da!
[Outro] Da gab es noch so viel zu sagen, Mama. So viele Bars in die Welt hinauszutragen, Mama. Hör auf zu weinen, Mama! Für Dich will ich diese letzten Zeilen reimen. Meine Hülle ist fort, doch mein Geist ist noch hier, Du hast als Beweis meine Stimme in Dir.
Wo Nebelgeister schweben und vergehen, im Reich der Sehnsuchtslosen, wo sie im Grau der Städte untergehen, als würden sie in Gischt und Wellen tosen.
Im Dunkel jener Zeiten suchen, finden, die doch den Blick im Rausch nicht heben; wo ihre Geister sich an Bilder binden, die nicht nach Liebe und Erfüllung streben.
Dann lieber angesichts der Sterne sterben, mit sehnsuchtsvollem Blick nach oben; als Wegbereiter hoffnungsvoll vererben den Fingerzeig des Lichts von droben.
Alltagsgetrieben wirbeln die Worte des Hingesagten wie Staub so schwer; sie sind wie Blei in Ohren zu orten, bis sie ermatten, ausgemerzt und leer.
Stückweise haften sie eine Weile, wie Verbranntes, als Asche in Glut, bis sie erlischt in ruhigem Ereilen der neuen Worte, abkühlend und gut.
Jede Enttäuschung trägt unsere Seele und jedes Wort, das Versprechen brach; es schnürt noch lange uns die Kehle, wenn einst ein geliebter Mund es sprach.
Jugend vergeht, die Schönheit, die, wie frischer Tau, gekrönt auf Blüten ruht, ist nur ein Augenblick des Lebens in der Morgenglut.
Die Zeit verweht – mit Zeichen von Vergänglichkeit und Tod senkt sich die Hülle sanft ins Abendrot, hat Jugend, Schönheit, tief in sich vergraben und ihre Blüten fielen, als sie starben.
Erwacht der Tag im kühlen Hauch des morgens, so irrt er schläfrig noch durch Träume letzter Nacht; sendet das Licht, das scheinbar war verborgen, mit einem Glanz, der bunt und sichtbar macht.
Entfesselt breitet sich Natur und Schönheit im heimatlichen Raum zum Blütenteppich aus. Der Mai tanzt leicht beschwingt im weißen Kleid mit einem Kranz aus Liebe in die Welt hinaus.
Frisch atmet des Morgens lebendiger Hauch, purpurisch zuckt durch düstre Tannenritzen das junge Licht und äugelt aus dem Strauch, in goldnen Flammen blitzen der Berge Wolkenspitzen, mit freudig melodisch gewirbeltem Lied begrüßen erwachende Lerchen die Sonne, die schon in lachender Wonne jugendlich schön in Auroras Umarmungen glüht.
Sei, Licht, mir gesegnet! Dein Strahlenguß regnet erwärmend hernieder auf Anger und Au. Wie silberfarb flittern die Wiesen, wie zittern tausend Sonnen im perlenden Tau! In säuselnder Kühle beginnen die Spiele der jungen Natur, die Zephire kosen und schmeicheln um Rosen, und Düfte beströmen die lachende Flur.
Wie hoch aus den Städten die Rauchwolken dampfen, laut wiehern und schnauben und knirschen und stampfen die Rosse, die Farren, die Wagen erknarren ins ächzende Tal. Die Waldungen leben und Adler und Falken und Habichte schweben, und wiegen die Flügel im blendenden Strahl.
Den Frieden zu finden, wohin soll ich wenden am elenden Stab? Die lachende Erde mit Jünglingsgebärde für mich nur ein Grab!
Steig empor, o Morgenrot und röte mit purpurnem Kusse Hain und Feld. Säusle nieder, Abendrot und flöte sanft in Schlummer die erstorbne Welt. Morgen – ach! du rötest eine Totenflur. Ach! und du, o Abendrot, umflötest meinen langen Schlummer nur.
Friedrich von Schiller (10. November 1759-09. Mai 1805)
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