Die vielen Stufen, wie sie mich rufen!
Das Menschsein ertragend, den Aufstieg wagend,
muss ich sie gehen, um zu verstehen.
Die Höhen erklimmen, Erkenntnis erringen,
am Gipfelkreuz stehen, die Erde besehen:
verschleierte Wahrheit, vernebelte Klarheit.
Mensch, von Dämonen besessen, Natur vergessend,
vom Ego beschwert, lieblos abgekehrt von gnädiger Güte.
Die göttliche Blüte der Liebe empfangen, Demut erlangen!
Kein Auge um Auge, nicht Zahn um Zahn –
verzeihen, vergeben in Rückschau und Leben,
nicht vom Hass zerfressen, sich selbst vergessen.
Der Körper vergeht, nur die Liebe besteht.
Im Wiederfinden die Einheit verbinden,
wenn aus dem Berg der letzten Sicht, das Edelweiß bricht.
Mein Herz, es ruft nach Dir, ganz in der Stille,
bist mir mein Alles und mein fernes Nichts,
die hinter Wolken liegende Idylle,
verborgene Unendlichkeit des Lichts.
Wie eine Dürstende nach klarem Quell,
so suchte ich in dieser Welt vergebens,
fühlte verbunden mich dem lichten Hell
im Herzen - Schöpfer meines Lebens.
Nur in Gedanken kann ich Dich erfassen,
in Träumen Dir die Hände reichen;
will meinen Blick nicht von Dir lassen,
von meinem Weg will ich nicht weichen.
Wird sich der letzte Schleier heben
und Dimensionen sich verbinden,
werd’ ich durch off’ne Himmel eilend,
den Weg zu Dir nach Hause finden.
Ein reicherer, schönerer Ort, gerecht durch höheres Wissen, ausgegossen aus dem Füllhorn leibbefreiter Wesen, die Quelle der Kraft und der Zuversicht in Gott suchen,
Frieden und Ruhe finden und in den Gesetzen des Lebens die Harmonie, Kummer und Angst besiegen und durch Trost ersetzen.
Das Licht der Wahrheit wird in der Finsternis des Verstandes leuchten, wo Unwissenheit herrschte, wird das tiefere Erkennen erwachen.
Gesundheit wird Krankheit vertreiben und der göttliche Geist, der im Menschen ist, wird sich ausdrucksvoll zu erkennen geben;
die Prüfungen des Lebens werden sein, wie ein Gang durch den Park, mit sprudelnden Brunnen darin, als Reservoir des Geistes.
Der erschaffene Mensch, als Idee Gottes, war das Muster der Vollkommenheit.
Er ist immer noch da, verdeckt, latent, unaussprechlich, und wartet darauf, zu größerem Ausdruck vollendet zu werden.
Das Wolkendach trägt schwer an Eiskristallen;
der Winter kam zurück mit Frost und Schnee.
Die milden Tage gingen, und die Flocken fallen,
sinken im Niedergang, tanzen und verwehen.
Sie sind wie heilige Kräfte, die aus Himmeln fallen,
sind vor des Werdens Blühen das Geleit.
Tragen die Ruhe in das innere Wallen,
zur Vollendung des Alten und Entfaltung der Zeit.
Sind die Träger der Hoffnung auf neues Beginnen,
mit brennender Sehnsucht nach Wärme und Licht,
mit Zeichen des Frühjahrs und den Wundern darinnen,
wie der Sonnenstrahl, der durch die Wolken bricht.
Heroische Landschaft mit Regenbogen – Joseph Anton Koch (1768 -1839)
Wasser und Zeit
Die Bibel ist nicht nur ein Buch mit Geschichten und vielfältiger Deutung. Sie beinhaltet einen kabbalistischen Hintergrund, der meist nur jüdischen Gelehrten bekannt ist. Dadurch eröffnen sich weitergehende Einsichten.
In der hebräischen Sprache hat jeder Buchstabe eine Schwingung,
die in Zahlen ausgedrückt wird.
Selbstlaute a, e, i, o, u, werden nicht geschrieben,
sondern lediglich durch Punkte ausgedrückt.
Ändern sich die Punkte, ändert sich die Bedeutung.
Hebräisches Alphabet
Wasser heißt im Hebräischen = ‚majim‘ – mit dem Wortwert: Mem-Jod-Mem, 40–10–40. Mem מם ist der Buchstabe mit dem Namen ‚Wasser‘, das Fließende, Bewegende. Wasser und Mem verweisen damit auch auf den Begriff ‚Zeit‘. Sie schreitet unwiderruflich fort und löscht das Er-leben des Augenblicks. Ertrinken in der Zeit und Ertrinken im Wasser sind eigentlich dasselbe. Deshalb wird Zeit immer mit der 40 oder mit 400 gemessen. So ging Moses nicht, wie geschrieben, 40 Jahre, sondern eine sehr lange Zeit durch die Wüste, eine Zeit, die gar nicht benennbar ist.
Das Gehen durch diese Welt ist also wie ein Gehen durch Wasser und Zeit am 7. Tag. Die Berechnung des 7. Tages ist mit dem Maya-Kalender identisch. Eine sehr komplizierte Berechnung, die ich mittels Excel-Tabelle nachvollziehen wollte. Zurzeit befindet sich die Menschheit im 7. Schöpfungstag.
Noah hatte damals die „Teba“, übersetzt, das Wort, um durch das Wasser hindurchzukommen. Sein Schiff schützte ihn davor, im Wasser zu versinken. Es ist also das Wort Gottes, das die Menschen bewahren kann, in der Masse der Vielheit dieser Welt unterzugehen.
Da Jesus zum Bereich der Ewigkeit gehört, wurde er vom Wasser (der Zeit) getragen und konnte nicht darin versinken, als er darüber schritt. Dieses Bild der Bibel zeigt uns, dass das Wort Gottes niemals untergehen wird.
Wenn der Mensch am 8. Tag nach Überquerung des Jordan’s die andere Welt erreicht hat (s. Bibel), entsteht ein neuer Zustand. Fluss oder Meer bedeuten in der Bibel immer eine Trennung zwischen Diesseits und Jenseits. Dann wird es keinen Gegensatz mehr zwischen Leben und Tod geben, wie am 7. Tag, in dem sich die Menschheit und das Hier und Jetzt befinden. Die 7 ist die Schlüsselzahl zu unserer dreidimensionalen Welt. Man sagt auch, sieben Seelen Gottes würden die Welt beleben: die materiell-physische, die vegetative, die animale, die mentale, die kausale, die göttlich-seelische und die göttlich-schöpferische. Dieselbe Aussage machte Paracelsus.
Es gibt viele Beispiele, bei denen die Zahl 7 eine große Rolle spielt. In der Bibel unter anderem die sieben fetten und sieben mageren Jahre: Gott gab am Himmel das Zeichen seines Bundes mit Noah, den Regenbogen, der aus sieben Farben besteht. Sieben Wirbelknochen des Halses, sieben Töne einer Oktave, die sieben Hügel, auf denen Rom erbaut ist, sieben Köpfe des Drachen in den Märchen, etc.
In der Offenbarung des Johannes stellt er das Bild des ‚Neuen heiligen Jerusalems‘, das die Braut des Lammes ist, als einen Würfel dar. (Off. Joh. 21,16).
Zwischen dem 7. und 8. Tag liegt hier noch die Schwelle des Todes. Wer diese überschreitet, kommt in den 8. Tag. Das gilt nicht nur für den einzelnen Menschen, sondern auch für die ganze Welt.
Das ist der Sinn des ewigen Lebens in der kommenden Welt. Nur der, der durch den Tod gegangen ist, darf die Auferstehung feiern.
Erhabenheit des Glücks – ein kurzer Augenblick;
der Geist erkennt sich selbst und ist entflammt.
Nicht mehr gefangen in sich selbst, frei sein ein Stück,
nur ein Moment, dann ist die Dunkelheit verbannt.
Das Reich des Lichtes öffnet für Sekunden,
geblendet folgen wir der strahlend schönen Kraft,
bewusste Liebe hat das Herz gefunden,
sie schafft den Funken, der uns Feuer macht.
Quelle: Pinterest
Dann stürzen ein, die alten, morschen Mauern,
die wir um unser Kerkerdasein türmten,
und die vertane Zeit lässt in uns trauern,
weil wir vergaßen, was uns einst berührte.
Das Pentagramm an unsren Kerkertüren,
verwehrte uns den rechten Blick zu heben,
die Schwingung unsrer Daseinskälte spüren,
ist Mittelpunkt in unsrem kurzen Leben.
Befreiung ist alleine das Erkennen,
vom Licht beschienen, alle Wege gehen.
Erneuert und verwandelt Wahrheit nennen,
und nach dem Winter, Licht und Frühling sehen.
Ins irdische Geschehen geboren,
mit einem Bild, das längst umrissen,
musst ernten, was moralverloren,
du einst gesät im Ungewissen.
Fügst ersten unbeholfnen Schritten
in Freiheit Licht und Schatten ein;
dem schicksalhaften Weg entglitten,
wird zwingend eine Wandlung sein.
So ist die Freiheit deines Weges
ein Akt, der einen Ausgleich sucht.
Aus Geisteswelt hast du’s errungen,
weil dich ein neues Leben ruft.
Trittst durch das dunkle Tor der Stille,
geboren, blind und ahnungslos.
Aufwachen, Träumer! Es ist eigner Wille.
Ändern des Schicksals - dein Erdenlos.
Was wir als ‚überstanden‘ wähnen,
treibt noch im tiefen See „Erinnerung“,
wir stehn am Ufer, fassungslos und stumm,
füllen das Nass mit neuen Tränen.
Ein Teil von uns liegt auf dem Grund,
Vergangenheit beschwert, wie Stein,
bald gleiten wir, zu unbekannter Stund‘,
ganz tief in seine Fluten ein.
Vergesslich ist der Mensch im schnellen Schritt,
die Zeit wirft Schatten, malt ein dunkles Bild.
Wir fühlen das, was einst hinunterglitt,
Gedanken voll mit Hoffnung, Schmerz erfüllt.
Wir gehn den Kreuzweg der Natur, allein;
die Tiefen, in uns selbst bezwungen,
zurückgerufen werden wir einst sein -
in neue Höhen ist der Geist gedrungen.
Erinnerung - ein stilles Lebensgrab.
Der See liegt ruhig im mondenmilden Schein;
sein silbrig‘ Band schmückt Ort und Wanderstab,
zeigt, was es heißt, Träne im See zu sein.
Wie die Wasser sich im Fluss ergießen,
nährt die Ausgeglichenheit den Klang der Resonanz.
Wo ein Meer ist, werden Ströme fließen,
beide sind der Ursprung der Substanz.
Jedem Tun folgt die Bilanz der Taten,
deren Wirkung gleicht dem Mittelpunkt.
Seele liebt den schlichten Lebensgarten,
stille Wasser ruhn auf tiefem Grund;
Echo ist der Widerhall der Töne,
gleich sind Reaktion und Handlungsakt;
Wandrer sieht trotz hartem Weg das Schöne,
denn er nutzt des fernen Klanges Kraft.
In den lauten Stunden des Tages ruhend zu bleiben, inmitten der Unruhen der Zeit, im Innern Stille suchen, eine Insel sein, zwischen den Winden.
Klärende Gedanken zu haben, in der Verworrenheit des Zeitgeschehens, den Großen Geist zu spüren, in der Zerrissenheit des Lebens.
Wer sich von der Kraft des Lebens in ständiger Bewegung fühlt und von dessen Strömen und Fließen fortgetrieben wird, kann sich den Quellen der heiligen Kräfte nicht öffnen.
Nur auf dem Kanal der inneren Ruhe sind die Laute der geistigen Welt vernehmbar. Diese Zugänglichkeit ist gleichzeitig ein Schutz gegen den lärmenden Zeitgeist.
Durch diese Verbindung gelingt es, mit dem Maß des Göttlichen das Irdische zu messen und das Irdische auf den göttlichen Ursprung zurückzuführen.
Die einst reine Schöpfung wurde zur körperlichen Hülle, ist ein missgestalteter oder verdorbener Ausdruck, hier auf Erden.
Den Weg zum inneren Kern, zur Wahrheit des göttlichen Ausdrucks, weist die geistige Zugänglichkeit und Verbindung.
Wie ein Schutzschild dient sie dem Empfänger, befreit oder leibgebunden.
Übersetzung:
To remain at rest in the noisy hours of the day, in the midst of the turmoil of time,To seek silence within, to be an island, between the winds.
To have clarifying thoughts, in the confusion of the events of the time,to feel the Great Spirit in the turmoil of life.
To feel the power of life in constant motion,and is carried away by its flowing and flowing, cannot open himself to the currents of the sacred forces.
Only on the channel of inner peace are the sounds of the spiritual world audible.
This accessibility is at the same time a protection against the noisy spirit of the time.
Through this connection it is possible to measure the earthly with the measure of the divine and to the earthly back to the divine origin.
The once pure creation became a physical shell, is a misshapen or corrupted expression, here on earth.
The way to the inner core, to the truth of the divine expression, is shown by spiritual accessibility and connection.
Like a shield, it serves the recipient, liberated or body-bound.
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