Schwarze Reiter

Die apokalyptischen Reiter – Albrecht Dürer (1471-1528)
Mit wehenden Mähnen seh ich sie galoppieren,
die schwarzen Reiter über das Land.
Trennen all jene, die ihre Seele verlieren, 
deren Selbstsucht zerriss das geistige Band.

Die nur etwas fühlen, wenn sie andere quälen,
steigern ihre Potenz, wenn sie Böses verrichten.
Auf ihrem Weg kann niemand die Toten zählen,
sie spüren nicht, dass sie sich selbst vernichten. 

Der ‚Große', ein Denkmal in Stein geraten -
was bleibt ist ein Bild mit historischem Sinn,
sind kalt, wie die menschenverachtenden Taten,
mit leeren Augen, starr, ohne Leben darin.

Sie quälten die Welt und die Völker darauf,
einst werden die Menschen nach ihnen fragen.
Die Reiter mähten in galoppierendem Lauf -
die ‚Riesen‘, wie verschwindend klein sie doch waren!

Sie hatten Alles – doch verschwand es im Nichts!
Die Leiber unter zerstörten Gemäuern begraben,
die Steine in Stummheit halten Gericht,
Gott lauscht den Rufen und tausend Klagen.

Nicht nur ihre Taten, was zu tun sie versäumten,
ließ zuerst das Herz, dann sie selbst erstarren.
Wurden zu Steinen, die mit verlorenen Träumen,
in der Weltzeit versunken, unfruchtbar waren. 

Klang der Ewigkeit

Dort, wo die Welt versinkt am Horizont,
gleitet nur der Wind auf Engelsflügeln,
treibt vor sich Zeit im Sonnenstrom,
wird ihre Flüchtigkeit in Fülle wiegen. 

Das Herz der Welt pocht laut und lauter,
um alle Seelen schmilzt die Zeit.
Was wichtig schien entflieht den Sälen
des Tempels der Vergessenheit.

Durchschweben helle Säulenhallen,
bis hin zum Anbeginn der Welt,
die Tempel dieser Erde fallen
und Frieden liegt auf Wald und Feld.

In allen Städten schweigt das Leben,
die Steine sind zu Staub zerfallen
und jedes glockenhafte Beben
dringt ein in göttlich ferne Hallen.

Die Engel stehen an den Pforten,
sie singen tief in Harmonie,
empfangen, die von Weltenorten
treu lauschten ihrer Melodie. 

Übersetzung:

There, where the world sinks on the horizon,
only the wind glides on angels' wings,
drifts before it time in the sun's stream,
will cradle its fleetingness in fullness. 

The heart of the world beats louder and louder,
around all souls time melts.
What seemed important escapes the halls
of the temple of oblivion.

Float through bright columned halls,
to the beginning of the world,
the temples of this earth fall
and peace lies on forest and field.

In all cities life is silent,
the stones have crumbled to dust
and every bell-like tremor
penetrates into divinely distant halls.

The angels stand at the gates,
singing deeply in harmony,
receive, who from world places
faithfully listened to their melody.

Neuer Klang

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Wenn der neuen Zeit entwächst 
grüner Trieb, wie alten Bäumen,
wie sich Glanz auf Stumpfheit setzt,
glätten Kräfte im Geheimen,
zwanglos einend und verbindend,
selben Wurzelholz entspringend,
kunstvoll Klang und Harmonie.

Aus dem Chaos der Akkorde
reihen Noten sich wie Hände,
ineinander greifen sie, 
wo sie lösen und vollenden. 

Um das Eins-Sein zu bewahren,
schwingt es heimlich und berührt.
Baumes Kronen offenbaren,
welche Kraft hierhergeführt. 

Lausch dem Singen in den Welten,
engelhaft ist der Gesang,
lass als Lösung Liebe gelten,
wähle weise Kraft und Klang. 

Grenzenlose Heimat

Adrian Ludwig Richter (1803-1884)
Schon als ich klein war, suchte ich auf Erden
nach Heimat. Himmlisch sollte sie mir werden,
fort von den eng gesteckten Grenzen und Verboten,
wo mich die Elternherzen banden hinter Pforten

und Kämpfe trugen in die Kindheitsecken,
wo lieblos ihre Seelen sich versteckten
und Abschied nahmen nach geraumer Zeit,
der Arbeit folgten, statt der Zweisamkeit.

Die Eltern waren abweisende Gefährten.
Sie liebten ihre Werte, wie die Gärten,
in altbewährter, wohl erzogener Art,
die alles Eigentum vor ‚bösen' Fremden wahrt.

Ich habe losgelassen, blick ins Unbegrenzte.
Die Sehnsucht band mir helle Zukunftskränze
und legt ein weißes Band zum Horizont,
wo Gott in grenzenloser Heimat wohnt. 


Feuer der Liebe

Bild von Willgard Krause auf Pixabay
Ströme des Leidens,
wie in glühender Lava zu steinernem Strom erstarrt,
stirbt das Leben den Tod des Erkaltens.

Von lieblosen Herzen zu Eis verwandelte Welt,
du trägst in dir die Kunst des Verwandelns.
Mit flammender Seele taue auf das Eis,
mache fruchtbar die Erde durch furchtloses Handeln.

Gott legt Stille um die Schattenherzen,
bringt sie ins Reich des Vergessens,
stillt die Ströme des Leidens durch Hoffnung,
schmiedet mit Feuer der Liebe 
den Ring der Verbundenheit. 

Fremdbesetzt

Die Schöpfung hat auf dieser Welt festgelegt, dass jedes Lebewesen nur sich selbst offenbaren kann. Wer oder was offenbart sich in einem Aggressor, der andere Menschen und Länder aus reiner Machtausübung beherrschen will? Was oder wer ist er selbst? Jede seiner Äußerungen, jede Tat, auch die, die er von ‚oben herab‘ seinen Untergebenen diktiert, jedes Wort, zeigt, was er selbst ist. Mit jedem Schritt offenbart er sich selbst oder die in ihm wirkenden Kräfte.

Gibt es so etwas wie Besessenheit? Be-geistert sein von seinem Tun, auch wenn es noch so schändlich ist. Bei einem Affekttäter sagt man: „Er war ‚außer sich‘.“ Für einen Moment hatte ein anderer Geist von ihm Besitz ergriffen.

Ich kenne eine sogenannte Schamanin/Heilerin, die ‚behandelte‘ ihre Kranken durch die geistigen Hände des verstorbenen Medizinmannes eines indigenen Volkes. Der trank vor jeder Behandlung mehr als eine Flasche Schnaps. Seltsamerweise wurde die Heilerin selbst davon nicht betrunken, obwohl sie den Alkohol ja für ihn in sich aufnahm. In den Momenten war sie wohl ‚fremdbesetzt‘.

Gewisse Dinge und Machenschaften kann man nicht erklären. Sie übersteigen den ‚gesunden‘ Menschenverstand.

Was sieht ein Mensch im Spiegel? Er sieht sich nur äußerlich, nicht aber in sein Ebenbild. Was wird ein Despot über die Tiefe seiner Seele denken? Er wird nicht wissen, dass der Großteil seines Wesens im Unbewussten liegt. Er spiegelt sich und findet sich und seine Machenschaften gut. Es scheint, er ist nur glücklich, wenn andere Menschen unglücklich sind. Sie alle sind für ihn tote Schachfiguren, eben leblos und uninteressant. Doch müssen sie für sein Spiel leben, in dem er König ist, beschützt von seinem Volk.

Der Tag wird kommen, an dem er fallen wird. Wie ich bereits in meinem Beitrag
http://www.gottes-bilderbuch.de/das-boese beschrieb, wird er alles um sich mit in den Abgrund ziehen. Das Böse wird sich selbst zerstören. Es bekommt im Moment einen Namen.

Die letzten Jahre vergingen dramatisch und tragisch für alle Beteiligten. Was folgen wird, bleibt im Geheimen. Irgendwann werden die Aggressoren wissen, dass sie nicht die Nummer Eins sind.

Die Zahl 1 ist die göttliche Zahl, die auch alleine, ohne andere Zahlen, existieren würde. Sie ist unteilbar und unendlich. Nullen würden aus Eins Hunderttausende machen, wenn man sie hinter die Eins stellt. Umgekehrt bleibt nichts, würde man die Eins auslöschen. Erst die Eins danach das Viele. Nummer 1 ist Gott, dann die Welt und dann die Geschöpfe.

Tanz auf den Wolken

William Adolphe Bouguereau 1825-1905

In hohen Sphären mit den Winden tanzen,
auf weißen Wolken lichtwärts schweben;
lasse von himmlischen Romanzen,
mich weit in ferne Himmel heben.

Verbinde mich im Reigen mit der Zeit
und flieg mit Engeln durch die Sonnenpforte,
im Tanz verbunden, schwebe ich so weit,
der Wind trägt mich bis an die fernsten Orte.

Und meine Seele hebt sich in die Lüfte,
vermählt sich mit den warmen Sommerwinden,
trägt mich in höchste Höh‘n und über tiefste Klüfte,
wird den verborgnen Weg zu Dir nach Hause finden.

Weisheit und Liebe

Caspar David Friedrich (1774-1840)


Egal, was ich tue, ich lebe immer mit einem Bein in der Vergangenheit. Ich denke, das wird stärker, je älter wir werden.

Zwar lebe ich im Hier und Jetzt, habe mich aber von der „Fata Morgana“ dieser Welt zurückgezogen. Das konnte ich nur, weil ich aus dem Chaos meines Lebens, aus der ständigen Suche nach dem Sinn, eine Ordnung in mir geschaffen habe. Das ist schon seit Jahren so.

Nach außen hin erfüllte und erfülle ich alle weltlichen und beruflichen Pflichten, kleide mich wie andere Menschen und passe mich so weit wie möglich an. Ich bin nicht mehr so eitel, wie früher. Außen modisch dezent, könnte man sagen. Früher eher auffallend anders. Das bin ich heute IN mir.

Mein Gottesglaube ist tief und wahr. Trotzdem lese ich in der Bibel auch hinter den Zeilen. Die Schriften, vor allem das Alte Testament, hat mit dem Gottesbild, das ich in mir trage nichts zu tun. Jesus nannte Gott „Vater“. So vertraut ist er mir auch, liebevoll und gerecht. Wie geduldig muss er sein, wenn er uns Menschen erträgt!

Ist irdische Liebe mehr, als eine romantische Kurzschlussreaktion? Die Ehe mehr, als eine wirtschaftliche Übereinkunft? Alles geht irgendwann zu Ende! Lieben wir denjenigen am meisten, der uns am Ähnlichsten ist? Wahre, bedingungslose Liebe gibt es erst nach dem Tod einer Person, der wir sehr nahestanden. Dann ist die Liebe völlig frei von Erwartungen.

Ich versuche, über alle Gefühle wie Sympathie oder Antipathie, über Liebe oder Abneigung, eine gewisse Weisheit zu stellen. Das ist oft sehr schwer, denn ich rege mich stark über die Ungerechtigkeiten dieser Welt auf. Wie sehr mir mein Verstand auch leuchten mag, ich sehe manchmal nur ins Dunkel. Ich will mich nicht verirren. Auch nicht in dieser oft herzlos und oberflächlich erscheinenden WordPress-Welt.
Deshalb meide ich die sogenannten sozialen Medien, wie Facebook, Twitter etc.

Beispiel: Ich schreibe hier einen wirklich gut gemeinten Kommentar und er wird nicht veröffentlicht. Warum, habe ich mich gefragt? Die Dame unterließ es, weil er ihre Gedanken aufgegriffen hatte und besser klang als ihre. Dabei wollte ich gar nicht besser sein! Mich hatte nur der schöne Beitrag inspiriert, etwas dazu zu schreiben. Ich hätte wie eine Lehrerin geklungen, schrieb sie mir auf meine Anfrage hin, als ich den Kommentar vermisste. Dort habe ich seitdem nichts mehr gelesen. So etwas brauche ich nicht!

Beschimpfungen wie: „Du hast dein Gesicht verloren.“, habe ich auch schon ertragen müssen. Ich hatte mich eingemischt, als man eine namhafte deutsche Politikerin mit „Nero“ verglich, die die Welt zerstören würde. Sorry, aber solche Ungerechtigkeiten mag ich überhaupt nicht!

Aber es geht noch unterirdischer! Da las ich woanders diesen Kommentar: „Zum Glück hast du dir dabei nicht das Genick gebrochen, weil unser gerechter Schöpfer für Spezies wie dich mit großer Wahrscheinlichkeit einen ganz anderen und vor allem langsameren Abgang ins Jenseits vorgesehen hat, den du ganz bestimmt, wo immer du dann auch bist, niemals vergessen wirst!!!“

Da musste ich wirklich tief Luft holen! Das sind die Worte einer besonders ‚netten‘ Frau. Den Vorlauf kenne ich nicht. Der spielt aber keine Rolle, denn diese Verwünschung ist so abgrundschlecht, weil sie wie ein Fluch klingt. Wie hässlich muss eine Person sein, wenn sie solche Worte in ihrer Gedankenwelt zulässt?! Und wie selbstverständlich schreibt sie dann auch noch von „unserem gerechten Schöpfer“. „Pfui Teufel!“, kann ich da nur sagen.

Dann gibt es da noch eine besonders arrogante Fakultät, nämlich die klerikale. Ich nenne sie „Kreuzspinnen“. Sie mögen es gar nicht, wenn man ihren ‚Tunnelblick‘ beleuchtet und die Kirchenfenster plötzlich in ganz anderen Farben erstrahlen als bisher.

Durch manche Worte hier, in Büchern und wohlgemeinten Kritiken, kann man durch Menschenhand und -mund die ‚Stimme Gottes‘ erfahren, aber leider auch seinen Widersacher. Deshalb musste ich meine Biografie auf „privat“ stellen, weil ich mich vor dummen Leserbriefen schützen möchte und vor Leuten, die meinen, meine Erfahrungen besser zu kennen, als ich selbst.

Ich wünsche niemandem etwas Schlechtes, im Gegenteil! Wir sind hier, um ein wenig Freude zu haben, um uns über gegenseitiges Interesse zu freuen, und um uns von Beiträgen inspirieren zu lassen. Hin und wieder anderer Meinung zu sein gehört dazu.

Lasst uns aus jedem Fluch einen Segen machen!

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Sonntag.

Tanz des Windes

Songtext Übersetzung: „O Tag, erwache! Die Atome tanzen,
dank Ihm tanzt das Universum,
die Seelen tanzen, überwältigt von Ekstase.
Ich werde dir ins Ohr flüstern, wohin ihr Tanz sie führt.
Alle Atome in der Luft und in der Wüste wissen es genau, sie sind in einem Rausch.
Jedes einzelne Atom, ob glücklich oder unglücklich
verliebt sich in die Sonne, von der man nichts sagen kann.“

Der Sturmwind treibt den Winter aus,
er fegt das Land, die Stadt, das Haus,
er säubert Beet und Ecken,
die altes Laub bedecken.

Ganz wie ein Derwisch wirbelt er,
schwingt seine Röcke weit und schwer,
durchdringend wird sein Rauschen
und alle Ohren lauschen.

Das Heer des Himmels ist erwacht,
es treibt voran mit großer Macht,
die Welt ins Lot zu bringen,
nur Gott kann dies gelingen.

Stille

Stille, in mir.

Denke an die Dämonen,
die mit Macht und Habgier diese Welt beherrschen.

Das Lichtschwert „Excalibur“ all den Tyrannen
entgegenhalten, die die Welt missbrauchen für ihre Zwecke.

Mit spiritueller Waffe den Zorn darin verstummen lassen,
ihr ewigen Frieden bringen, in Gottes Namen.

Im Krieg, der niemals Sieger zeugt, nur Verlierer,
die Waffen in Liebe wandeln.

Seinem Vaterland durch Friedfertigkeit dienen.

Vaterländer der anderen Menschen achten,
sich verbinden, Bewährtes anerkennen, Innovationen teilen.

Dämonen und Viren sind in der Lage Organismen zu besetzen
und auszurotten.

Diktaturen, Religionen und Krankheiten leben von ihnen und durch sie.

Was hilft dagegen? Dämonen lassen sich nur durch den Geist Gottes austreiben!

Bild von Fine Mayer auf Pixabay

Die Trauer dieser Welt,
ich will sie tragen
und fern in alle Winde streuen,
ich will sie an den dunklen Tagen,
mit hellem Himmelslicht erfreuen,
will ihr ein Lächeln zaubern,
wenn heiße Tränen rinnen
und durch Verzweiflungsmauern
den Zweig der Hoffnung bringen,
will nie den Mensch vergessen,
tief sitzt sein Weltenschmerz,
drum pflanz’ ich statt des Leidens
nur Liebe in sein Herz.