Die Winterstürme durchdringen die Welt mit wütender Macht. – Da sinkt auf schneeigen Schwingen die tannenduftende Nacht…
Da schwebt beim Scheine der Kerzen ganz leis nur, kaum, daß du’s meinst, durch arme irrende Herzen der Glaube – ganz so wie einst… Da schimmern im Auge Tränen, du fliehst die Freude – und weinst, der Kindheit gedenkst du mit Sehnen, oh, wär es noch so wie einst!…
Du weinst!… die Glocken erklingen – es sinkt in festlicher Pracht herab auf schneeigen Schwingen die tannenduftende Nacht.
Seit Ende Oktober habe ich fast tägliche Arztbesuche hinter mir, wovon ich selbst an Feiertagen und samstags nicht verschont wurde. Die Hautärztin war ein Engel! Wer behandelt neben den Praxiszeiten?! Sie und ihr Team ersparten mir lange Wartezeiten. Dafür bin ich dankbar! Dort bin ich für den 15. Dezember zur Booster-Impfung vorgemerkt. Alles ohne Schlange stehen und Terminkampf.
Heute war ich zum letzten Mal zum Verbinden der Wunde dort. Keine teuren Taxifahrten mehr und keine Quälereien. Es ist gut geheilt. Den Rest kann ich selbst übernehmen. Darüber freue ich mich sehr!
Wie schon so oft hatte ich vor der Operation einen Tiertraum:
Ich päppelte ein rotes Eichhörnchen auf, das mir überall hin folgte. Es war nicht zu halten, aber immer um mich herum. Kurz rannte es weg, kam dann aber wieder zu mir zurück. Doch dann war es fort und kam nicht mehr.
Das war ein Zeichen: die offene Wunde, die sich nun geschlossen hat.
Erinnerungen verblassen und des Tages Ruhm vergeht. Die Spuren, die wir heute zieh’n sind morgen schon verweht. Doch in uns ist die Sehnsucht, dass etwas von uns bleibt, ein Fußabdruck am Ufer, eh‘ der Strom uns weitertreibt.
Nur ein Graffiti, das sich von der grauen Wand abhebt, so wie ein Schrei, der sagen will: Schaut her, ich hab gelebt! So nehm ich, was an Mut mir bleibt, und in der Dunkelheit sprühe ich das Wort „Hoffnung“ auf die Mauern meiner Zeit.
Die Herzen sind verschlossen, die Blicke leer und kalt, Brüderlichkeit kapituliert vor Zwietracht und Gewalt, und da ist so viel Not und Elend gleich vor uns’rer Tür, und wenn wir ein Kind lächeln seh’n, so weinen zehn dafür.
Der Himmel hat sich abgewandt, die Zuversicht versiegt. Manchmal ist’s, als ob alle Last auf meinen Schultern liegt. Doch tief aus meiner Ohnmacht und meiner Traurigkeit sprühe ich das Wort „Hoffnung“ auf die Mauern meiner Zeit.
Um uns regiert der Wahnsinn und um uns steigt die Flut. Die Welt geht aus den Fugen, und ich rede noch von Mut. Wir irren in der Finsternis und doch ist da ein Licht, ein Widerschein von Menschlichkeit – ich überseh‘ ihn nicht.
Und wenn auf meinem Stein sich vielleicht das Unkraut wiegt im Wind, die Worte „Ewig unvergessen“ überwuchert sind, bleibt zwischen den Parolen von Hass und Bitterkeit vielleicht auch das Wort „Hoffnung“ auf den Mauern jener Zeit, bleibt zwischen den Parolen von Haß und Bitterkeit vielleicht auch das Wort „Hoffnung“ auf den Mauern jener Zeit.
Quelle: Musixmatch Songwriter: Reinhard Mey
Englische Übersetzung:
Memories fade and the glory of the day fades. The traces we leave today Are tomorrow already blown away. But in us is the longing, that something of us remains, A footprint on the shore before the current carries us on.
Just a graffiti that stands out against the gray wall, like a scream that wants to say: Look, I lived! So I take what courage I have left, and in the darkness I spray the word „hope“ on the walls of my time.
The hearts are closed, gazes empty and cold, brotherhood capitulates before discord and violence, and there is so much need and misery just outside our door, and when we see one child smile, ten weep for it.
Heaven has turned away, And all hope is gone. Sometimes it’s as if all the weight is on my shoulders. But deep from my helplessness and my sadness I spray the word „hope“ on the walls of my time.
Madness reigns around us and around us the tide is rising. The world is coming apart at the seams, and I still speak of courage. We wander in the darkness and yet there is a light, a reflection of humanity – I do not overlook it.
And if on my stone perhaps the weeds sway in the wind, the words „Eternally unforgotten“ are overgrown, among the slogans of hatred and bitterness perhaps the word „Hope“ also remains on the walls of that time, between the slogans of hatred and bitterness perhaps also the word „hope“ remains on the walls of that time.
Lausche in Dich hinein: Wahrhaftig ein Künstler zu sein, heißt, den heimlichen Klang zu ergründen, Seele und Geist im Eins-Sein verbinden.
ER wird die Stille durchbrechen, wird Dir singen und leis zu Dir sprechen, fortnehmen, die Dinge, die Dich quälen, Deine Beharrlichkeit wird er stählen. . Wirst Dich an den Ursprung zwanglos binden, gemeinsame Wurzeln wiederfinden, den fremden Lauten der Welt nachspüren, um die falschen Akkorde zur Lösung zu führen.
Bis Du selbst der Klang bist, den viele vernehmen, die sich nach höherer Einsicht sehnen. Fühle die Disharmonie der Welt. Gib ihr neue Prägung. Bringe sie geistig zu neuer Erhebung.
Der jüdische Schriftsteller Hans Sahl (eigentlich Hans Salomon) 1902-1992 war vor den Nationalsozialisten nach Frankreich geflüchtet. Von dort gelang ihm 1941 die Emigration in die vereinigten Staaten von Amerika.
Kein deutsches Wort hab ich so lang gesprochen. Ich gehe schweigend durch das fremde Land. Vom Brot der Sprache blieben nur die Brocken, die ich verstreut in meinen Taschen fand.
Verstummt sind sie, die mütterlichen Laute, die staunend ich von ihren Lippen las, Milch, Baum und Bach, die Katze, die miaute, Mond und Gestirn, das Einmaleins der Nacht.
Es hat der Wald noch nie so fremd gerochen. Kein Märchen ruft mich, keine gute Fee. Kein deutsches Wort hab ich so lang gesprochen. Bald hüllt Vergessenheit mich ein wie Schnee.
Die Zeit scheint inhaltslos und schwer, ein Vakuum, dem Energie entzogen; von Regenstunden vollgesogen, sind Häuser sichtlich nebelleer.
Vereinzelt gehen schnelle Schritte vorüber an beschlag’nen Scheiben, verlaufen sich im Klang der Tritte, um sich dem Grauton einzureihen.
Ein dumpfes Dämmern fließt durch Adern, Melancholie zieht an den Schwachen. Vom Fluss des Herzens rinnt ein Hadern, dem Schlafen näher als dem Wachen.
Voll Schweigen geht des Jahres Gang, nach kleinen Schritten bleibt es stehen. Von ferne lässt geweihter Sang vom erdentrückten Land sich wehen.
So altvertraut klingt diese Melodie, die sich vor Zeiten an die Welt verlor. Ich war noch niemals dort, doch lieb ich sie. Die Welt ist hier und mein Zuhause dort!
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