's ist Krieg! 's ist Krieg! O Gottes Engel wehre,
Und rede du darein!
's ist leider Krieg – und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!
Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen
Und blutig, bleich und blaß,
Die Geister der Erschlagenen zu mir kämen,
Und vor mir weinten, was?
Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,
Verstümmelt und halbtot
Im Staub vor mir sich wälzten und mir fluchten
In ihrer Todesnot?
Wenn tausend, tausend Väter, Mütter, Bräute,
So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
Wehklagten über mich?
Wenn Hunger, böse Seuch und ihre Nöten
Freund, Freund und Feind ins Grab
Versammelten, und mir zur Ehre krähten
Von einer Leich herab?
Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre?
Die könnten mich nicht freun!
's ist leider Krieg – und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!
Warum gibt es unsere Erde? Warum kreist um sie der Mond?
Warum dreht sie um die Sonne ihre Bahn?
Warum hat der Mensch das Glück, dass er auf dieser Erde wohnt?
Ist das Zufall oder folgt es einem Plan?
Warum fühl’n wir inneren Frieden, wenn wir Kinder schlafen sehen?
Warum ist ein Tag am Meer so tröstend schön?
Warum rührt Musik uns oft zu Tränen?
All das würde ich so gerne mal verstehen.
So viel kann ich mir nicht recht erklären,
all das würde ich so gerne mal verstehen
Warum denken manche Menschen, es gäb keine Pandemie
und sie lebten hier in einer Diktatur?
Warum glauben sie an jede noch krude Theorie
und sehen sich ’ner großen Sache auf der Spur?
Warum halten sie den Staat für ein tyrannisches System,
wo doch sie es sind, die andern Freiheit nehmen?
Wie könn’n sie sich selbst als Opfer wähnen,
während sie mit Nazis auf die Straße gehen?
Wie sehr sie den Rechten damit dienen,
können diese Marionetten wohl nicht sehen.
Warum lügt sich ein gewissenloser Herrscher an die Macht,
der sich einzig für sein Ego interessiert?
Der sein Volk mit Propaganda blendet, jeden überwacht
und bestraft, wenn man dagegen protestiert?
Der ein Nachbarland, das einfach nur in Frieden leben will,
über Nacht beginnt, gewaltsam einzunehmen
und uns mit Atomwaffen bedroht,
wenn wir’s wagen, seinen Opfern beizustehen?
Wie lebt man mit solch einem Vergehen?
Das kann ich beim besten Willen nicht verstehen.
Warum gibt es dies und jenes? Wie kann mancherlei passieren?
Warum ist so vieles schräg und wunderlich?
Solche Fragen kann man stellen und darüber debattieren
Doch die Antworten behält die Welt für sich.
Mit Verstand und Überlegung ist nicht allem beizukommen.
Manches gilt es, voller Ohnmacht anzunehmen,
es zu akzeptieren oder auch, sich mit aller Kraft dagegen aufzulehnen.
Wir sind kleinste Teilchen im System,
und sind, ganz egal, wie sehr wir uns bemühen,
nicht dafür gemacht, um alles zu verstehen.
#NoWar #Ukraine #StandWithUkraine #StopTheWar #LautSein
Text und Musik: Oliver Gies
Wenn aus dem Himmel hellere Wonne sich
herabgießt, eine Freude den Menschen kommt,
daß sie sich wundern über manches
Sichtbares, Höheres, Angenehmes:
Wie tönet lieblich heilger Gesang dazu!
Wie lacht das Herz in Liedern die Wahrheit an,
daß Freudigkeit an einem Bildnis –
über dem Stege beginnen Schafe
den Zug, der fast in dämmernde Wälder geht.
Die Wiesen aber, welche mit lautrem Grün
bedeckt sind, sind wie jene Heide,
welche gewöhnlicher Weise nah ist
dem dunkeln Walde. Da, auf den Wiesen auch
verweilen diese Schafe. Die Gipfel, die
umher sind, nackte Höhen sind mit
Eichen bedecket und seltnen Tannen.
Da, wo des Stromes regsame Wellen sind,
daß einer, der vorüber des Weges kommt,
froh hinschaut, da erhebt der Berge
sanfte Gestalt und der Weinberg hoch sich.
Zwar gehn die Treppen unter den Reben hoch
herunter, wo der Obstbaum blühend darüber steht
und Duft an wilden Hecken weilet,
wo die verborgenen Veilchen sprossen;
Gewässer aber rieseln herab, und sanft
ist hörbar dort ein Rauschen den ganzen Tag;
die Orte aber in der Gegend
Ruhen und schweigen den Nachmittag durch.
Wohl hab' ich Liebe für mein Vaterland,
Doch Liebe eigner Art, die zu bemeistern
Nicht mehr vermag der prüfende Verstand.
Für Barbarei kann ich mich nicht begeistern,
Nicht in der Jetztzeit, nicht im Alterthum.
Ich liebe nicht den bluterkauften Ruhm,
Ich liebe nicht die stolze Zuversicht,
Die sich auf Bajonette stützt — auch nicht
Den Heilgenschein des Ruhms aus alten Tagen,
Davon die Lieder melden und die Sagen.
Doch seh' ich gern, - weiß selbst nicht recht warum -
Der endlos wüsten Steppen kaltes Schweigen,
Wenn welk die Halme sich zur Erde neigen
Und nichts erschallt als Zwitschern und Gesumm.
Gern hör' ich auch der Wälder nächtig Rauschen,
Mag gern dem Wellgetös der Ströme lauschen,
Wenn sie im Frühling eisesfrei umher
Die Lande überschwemmen wie ein Meer.
Ich lieb' es auch, durch Dorf und Feld zu jagen,
Den Weg zu suchen durch das nächt'ge Dunkel,
Wo keiner Antwort gibt auf meine Fragen
Als ferner Hütten zitterndes Gefunkel.
Den Stoppelbrand der Felder seh' ich gerne,
Die weißen Birken an der Flüsse Borden,
Die Karawanenzüge aus der Ferne
Der wandernden Nomadenhorden.
Mit einer Freude die nicht Alle kennen,
Seh' ich im Herbst die korngefüllten Tennen,
Das Bauernhaus mit strohbedecktem Dache,
Geschnitzten Läden vor dem Fensterfache.
Und sonntags gern in träumerischer Ruh
Seh' ich dem Lärm betrunkner Bauern zu,
Wenn stampfend sie im Tanz die Schritte messen,
In Lust und Lärm der Woche Qual vergessen.
Übersetzung von Friedrich Martin Bodenstedt.
In Europe and America, there’s a growing feeling of hysteria, conditioned to respond to all the threats. In the rhetorical speeches of the Soviets Mr. Krushchev said we will bury you. I don’t subscribe to this point of view.
It would be such an ignorant thing to do if the Russians love their children too.
How can I save my little boy from Oppenheimer’s deadly toy.
There is no monopoly of common sense On either side of the political fence We share the same biology Regardless of ideology Believe me when I say to you I hope the Russians love their children too
There is no historical precedent To put the words in the mouth of the President There’s no such thing as a winnable war It’s a lie we don’t believe anymore
Mr. Reagan says we will protect you I don’t subscribe to this point of view Believe me when I say to you I hope the Russians love their children too We share the same biology Regardless of ideology
What might save us, me, and you Is if the Russians love their children too.
In Europa und Amerika wächst das Gefühl der Hysterie, konditioniert, um auf alle Bedrohungen zu reagieren. In den rhetorischen Reden der Sowjets Herr Chruschtschow sagte, wir werden euch begraben. Ich schließe mich diesem Standpunkt nicht an.
Es wäre so eine dumme Sache, es zu tun, weil die Russen ihre Kinder auch lieben.
Wie kann ich meinen kleinen Jungen vor Oppenheimers tödlichem Spielzeug retten?
Es gibt kein Monopol auf den gesunden Menschenverstand, auf beiden Seiten des politischen Zauns. Wir teilen dieselbe Biologie, Ungeachtet der Ideologie.
Glaubt mir, wenn ich euch sage: Ich denke, die Russen lieben ihre Kinder auch!
Es gibt keinen historischen Präzedenzfall, um die Worte in den Mund des Präsidenten zu legen. So etwas, wie einen gewinnbaren Krieg gibt es nicht. Es ist eine Lüge, die wir nicht mehr glauben. Mr. Reagan sagt, wir werden euch beschützen. Ich teile diese Ansicht nicht.
Glaubt mir, wenn ich euch sage: Ich hoffe, die Russen lieben ihre Kinder auch!
Wir teilen dieselbe Biologie, unabhängig von der Ideologie. Was uns, mich und dich retten könnte, ist, wenn die Russen ihre Kinder ebenfalls lieben.
Ich bin der Hirsch und du das Reh, Der Vogel du und ich der Baum, Die Sonne du und ich der Schnee, Du bist der Tag und ich der Traum.
Nachts aus meinem schlafenden Mund Fliegt ein Goldvogel zu dir, Hell ist seine Stimme, sein Flügel bunt, Der singt dir das Lied von der Liebe, Der singt dir das Lied von mir.
Anmerkung von Hermann Hesse (1877-1962): „Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich.“
Komposition, Arrangement und Produktion: Schönherz & Fleer – Hesse Projekt- / Rezitation: Ben Becker
Es gibt so wunderweiße Nächte, drin alle Dinge Silber sind. Da schimmert mancher Stern so lind, als ob er fromme Hirten brächte zu einem neuen Jesuskind.
Weit wie mit dichtem Demantstaube bestreut, erscheinen Flur und Flut, und in die Herzen, traumgemut, steigt ein kapellenloser Glaube, der leise seine Wunder tut.
Einsam tret ich auf den Weg, den leeren, der durch Nebel leise schimmernd bricht; seh die Leere still mit Gott verkehren und wie jeder Stern mit Sternen spricht.
Feierliches Wunder: hingeruhte Erde in der Himmel Herrlichkeit… Ach, warum ist mir so schwer zumute? Was erwart ich denn? Was tut mir leid?
Nichts hab ich vom Leben zu verlangen und Vergangenes bereu ich nicht: Freiheit soll und Friede mich umfangen im Vergessen, das der Schlaf verspricht.
Aber nicht der kalte Schlaf im Grabe. Schlafen möcht ich so jahrhundertlang, dass ich alle Kräfte in mir habe und in ruhiger Brust des Atems Gang.
Dass mir Tag und Nacht die süße, kühne Stimme sänge, die aus Liebe steigt, und ich wüsste, wie die immergrüne Eiche flüstert, düster hergeneigt.
Die Winterstürme durchdringen die Welt mit wütender Macht. – Da sinkt auf schneeigen Schwingen die tannenduftende Nacht…
Da schwebt beim Scheine der Kerzen ganz leis nur, kaum, daß du’s meinst, durch arme irrende Herzen der Glaube – ganz so wie einst… Da schimmern im Auge Tränen, du fliehst die Freude – und weinst, der Kindheit gedenkst du mit Sehnen, oh, wär es noch so wie einst!…
Du weinst!… die Glocken erklingen – es sinkt in festlicher Pracht herab auf schneeigen Schwingen die tannenduftende Nacht.
Rainer Maria Rilke, 1875-1926
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