Leere Nacht - wohin ich schaue!
Von Laternenlicht erhellte,
triste Gräue, die geflutet,
Dunkelheit dagegenstellte.
Regenschauer wäscht die Mauern.
Fahl und kalt die Morgenfrühe.
Lichtlos sind des Himmels Pforten,
Wind vertreibt die Wolkenzüge.
Schlafen noch die schwarzen Vögel,
die durch meine Seele zogen;
trübe Welt, wie die Gedanken,
als sie aus dem Traum entflogen.
Wetterwogen, Winterschwäche –
fern vom lichterfüllten Treiben,
die uns legt die Welt in Zauber,
schneebedeckt im Festtagskleide.
Schicksal webt den rauen Faden,
der aus Schmerz und Leid gesponnen;
tauchen auf aus Nebelmeeren,
wie von Geisterhand gewonnen.
Doch der Norne dunkles Treiben
in der Menschenwelt Getümmel,
ist die Antwort kalter Herzen -
lieblos scheint ihr Plastikhimmel.
Unter Bäumen, die bald glänzen
und in grauen Stuben schimmern,
lässt der nahe Klang des Krieges
Gott geweihte Kerzen flimmern.
Unvollkommen in der Art zu leben,
als Maschine, gut trainiert im funktionalen Sinn. -
Ist er heil, wenn körperliches Streben,
achtet, was ihm Nahrung und Hygiene bringt?
Ist er denn im Geist vollkommen,
wenn er keine Fragen nach dem Sinn des Lebens stellt?
Nur, das, was ihm nützlich scheint wird angenommen,
fern von Ethik und Moral auf dieser Welt.
So versagen sie im Angesicht der Dinge,
wenn sich diese nicht um Oberflächlichkeiten drehen;
wichtig ist ihm, dass ihm materiell gelinge,
besser, größer, als die anderen dazustehen.
Schauderhaft sind schrecklich intelligente Wesen,
kalte Roboter, bevölkern diese Welt mit Kraft;
lustlos, im perfekten Überfluss ihr Streben,
das nervös, neurotisch, aggressiv und freudlos macht.
Wissenschaftlich die Natur bestimmen,
hat nur eine Art von Weltansicht hervorgebracht,
nur, was wissenschaftlich messbar ist, wird gelingen,
nützlich, sinnvoll sein, mit materieller Kraft.
Deklassiert sind andere Werte, andere Dinge,
wichtig scheint nur, was mit klarer Sicht betrachtet;
nur, wenn Mensch in Trauer Zuflucht sucht,
ratlos ist, sind Ausnahmen erachtet.
Dunkel sind deshalb getönt die lichten Dinge,
lieber meiden möchte man sie und umgehen.
Zeitlos, nicht kausal, wird das Gesetz gelingen,
das nicht messbar ist und göttlich anzusehen.
Andere Wirklichkeiten kann man hier benennen,
die sich gefühlsbetont, in der Empfindung offenbaren,
in der wir Glaube, Liebe, Sehnsucht, Hingabe erkennen,
unmessbar sind sie, wenn im Großen Geist die Hoffnung naht.
Lichtlein sein, auf düsteren Wegen,
freundlich er-scheinen, im Schatten der Nacht,
wie Kerzenflammen, auch wenn abgelegen
im Dunkeln niemand Hoffnung entfacht.
Glücklichsein im herzvollen Geben und Streben,
Glück sein für andere im Leben ein Stück,
Licht sein auf düsteren Alltagswegen
und sich erfreuen am anderen Glück.
Menschen irren, Menschen horten,
beten falsche Götter an,
die aus Stein von fernen Orten
mitgebracht, im Reisewahn.
Nutzen sie als Briefbeschwerer
oder für die Gartenzier;
Jesus hängt noch an den Kreuzen
über mancher Zimmertür.
Weise Tugend schweigt und trauert,
denn das Sterben an den Wänden,
schreckt kein Kind mehr, wird zur Zier,
in den kirchentreuen Händen.
Menschen bauen Andachtsstätten
über blutgedüngten Hainen,
wo einst Menschenleiber zuckten
auf geweihten Opfersteinen.
Huldigen den Götzenbildern,
die in Kirchen überdauern,
doch der Rost zerfrisst das Eisen
und das Moos bedeckt die Mauern.
List, Betrug, Gewalt und Schwäche,
Feigheit, Dummheit, Wahn und Gräuel -
was sie Weltgeschichte nennen,
ist ein blutgetränkter Knäuel.
Führer, die einst andere drängten,
werden doch nur selbst getrieben.
Schatten nur von hohem Geiste,
bald verbraucht, der Glanz zerstieben.
Durstig ist der Trieb nach Werten
und die Gier macht Ruhm zum Segen;
doch je mehr die Menschen dürfen,
weicht Respekt aus ihrem Leben.
Geist belebt die Körperhüllen,
existenzlos ist ihr Schatten,
ist nur Staub vom Licht belebt,
temporär, dann das Ermatten.
Mensch, befrei dich von dem Denken,
wie die Rebe, die man bindet,
die sich, statt im Staub zu kriechen,
fruchtbeschwert gen Himmel windet.
Festgelegten Pfaden folgend,
gehen wir des Lebens Lauf,
fühlen uns von Gott verlassen,
nehmen tiefes Leid in Kauf.
Erde dreht um ihre Achse,
der Gezeiten Flut verebbt,
Sterne und Planeten kreisen,
vorbestimmt im Himmelsbett.
Teil des ewigen Zyklus sein,
Jahreszeiten gehn und kommen;
wachsen, blühen und vergehen,
Frühling wird sie neu besonnen.
In Couleur der vielen Vögel
fröhlich in den Tag gesungen,
wie im Wind die Bäume tanzen,
positiv und ungezwungen.
Überall gehorcht das Leben
dem Gesetz des Großen Geistes;
ist ein Teil davon in jedem,
jeder ist Teil Seines Reiches.
Noch kämpft das Sein um trübe Stunden. Des Lebenslichtes blasser Schein, er blieb. Die ferne Zukunft ist im Nichts verschwunden, so wie der Drang, der mich einst vorwärts trieb.
Es brannte, wie die Fackeln, heiß und groß, so lebensdurstig war es angefacht. Die Flamme brannte gierig, pausenlos, erhellte meine Wege Tag und Nacht.
So, wie ein Kerzen-Heer auf einem Feld, in Groß und Klein, mal neu, mal abgebrannt, seh ich die Lebenslichter aufgestellt, bis sie verlöschen, kalt und unbekannt.
In letzter Glut, zur wohl bestimmten Zeit, verbleibt der Geist des Lebens in der Welt. Entzündet neue Flammen, reine Helligkeit, macht aus der Finsternis ein lichtes Feld.
Mein kleines Licht, kein Zufallshandeln, es ist entfachter Sinn in mir. Heilig der Geist, der Leben wandelt in Sein und Nichtsein, dort und hier.
Will wie ein Blatt zu Boden fliegen,
der Herbstwind, er soll sanft mich wiegen,
lass‘ hinter mir die warmen Zeiten;
muss langsam mich nun vorbereiten,
auf Stürme, stark und kalte Nächte.
Wenn doch der Winter wiederbrächte
den neuen Lenz mir, voller Sehnen,
mit allen lebensfrohen Tönen.
Auch, wenn ich weiß, was folgen wird,
gehn meine Schritte unbeirrt.
Erst, wenn ich durch den Tod gegangen,
kann ich die Wiederkehr erlangen.
Der Lebenskreislauf schließt sich dann,
damit ein Frühling kommen kann.
So wandelt sich das Erdenleben
zum geistig lichterfüllten Streben.
Gott wird begleiten meine Zeit
bis hin in alle Ewigkeit.
Erkenntnis suchend war ich krank und leer,
und endlos schien der Weg, so wie ein Meer,
unsagbar tief und fremd
und weit und ohne Wiederkehr.
So ging ich durch ein Tal,
mit Sohlen schmerzend wund,
denn viele Steine lagen auf dem Grund;
den falschen Zeichen, die bedeutungslos,
folgte mein Hoffen und die Not war groß.
Aus tiefster Grube kamen tausend Fragen,
die an mir hafteten und zogen,
zu meiner alten Last hab ich noch sie getragen,
als mir ein Licht aufging, sind sie verflogen.
Ich kehrte wissend heim in meinen Hafen,
den ich vergessen hatte auf der Fahrt;
wie eine Motte nach dem Licht mein Sehnen -
mein Dankgebet gilt jeder Müh und Plag.
Wie verlorene Stimmen zwischen den Welten
von Gut und Böse im Niemandsland,
gesprochene Worte, die nichts mehr gelten,
wie an Schicksalstagen von Unbekannt.
Gelebte Schwingung im Tanz durch die Zeiten
vergangener Leben im irdischen Klang.
Fern von Gedanken, gottsuchend und leitend,
ein Wort, das im verlorenen Frieden versank.
Harmonisch legt sich im Klingen des Windes
ein Dur und ein Moll in die höhere Form;
unschuldig, wie das Lächeln des Kindes,
ist der Wahrheit Schwingung in reinerer Norm.
Gott lauscht den leisen und lauten Tönen,
ihre Fülle lebt in Ihm in Ewigkeit fort,
und mit denen, die Geist und Seele verschönen,
wird die Erde zu einem besseren Ort.
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