Was ich noch sagen wollte,
halten Lippen noch verschlossen;
unaussprechlich ist der Sinn,
bis in Letter er gegossen.
Meine Zunge hütet ihn
und der Ausdruck schweigt im Hirn;
viele Weichen muss er nehmen,
um Synapsen zu entwirren.
Innere Bilder nur, sie gleichen
dem Gedankenfluss im Kopf;
fließen durch die Nervenbahnen
in die Hände wie ein Tropf.
Um ein leeres Blatt zu füllen,
strömen Worte aufs Papier
und der Kopf wird frei für Neues –
so reift ein Gedicht in mir.
In jedem Zeitalter wurden Versuche unternommen, die Welt mit der Menge an Weisheit, Inspiration und Wissen zu überfluten, die den Bedingungen der Menschen, die dort leben, entspricht. Ich habe aufgehört, mich immer nur an die Vergangenheit zu wenden, obwohl sie nach wie vor von großem Interesse für mich ist. Ich habe erkannt, dass wir jetzt, wo immer wir sind, Zugang zu der ewigen Quelle aller Inspiration haben. Das ist die einzigartige Quelle aller Offenbarung in unendlicher Folge.
Mit den Augen des Geistes betrachtet, gibt es viele Ereignisse in unserer Welt, die wir für schlecht halten, die es jedoch gar nicht sind, und umgekehrt. Manche Kirchen sagen, ein Mensch sei gut, weil er einigen formulierten Lehren blindlings zugestimmt hat und damit das ganze Wesen der Religion erstickt hat, weil er für den Rest seiner Tage ein Schurke sein kann. Er ist nicht gut, auch wenn er denkt, er sei gut.
Hier auf diesem Planeten sind viele weise Menschen inkarniert. Das ist nicht beweisbar. Man muss es glauben oder es ablehnen, das spielt keine Rolle.
Für Gott, den Großen Geist, wäre es ein Leichtes, menschliche Gestalt anzunehmen und ein nahezu perfektes, tadelloses Leben zu führen, aber wenn ein Mensch, der nach den gewöhnlichen, natürlichen Gesetzen geboren wurde, zeigt, was erreicht werden kann, ist das ein würdiges Beispiel für alle, dem man folgen sollte.
Einer davon war Jesus von Nazareth, den man Christus nennt. Das Wort „Christus“ bedeutet „der Gesalbte“, und es hat viele gegeben, die gesalbt wurden. Jede Handlung in Bezug auf den Nazarener, sollte eine des Respekts vor seinem Wesen sein. Er kam, um den Menschen den Weg geistig, psychisch und physisch zu zeigen, entsprechend der Zeit, in der er lebte.
Aber dieser Mensch war nicht Gott und Gott war nicht dieses Wesen. Wenn man die theologische Interpretation akzeptiert, dass es der Große Geist war, der physische Gestalt annahm, dann ist der ganze Wert des Lebens des Nazareners verloren und sinnlos.
Ich bin schon seit langer Zeit von dieser Kirchenauslegung abgewichen. Es war mir auch schon immer mulmig, wenn ich einen Menschen anbeten sollte, sei es nun Jesus, ein Heiliger oder Maria. Sie alle hatten ihre Leben und ihre Lasten zu tragen. Sollte ich ihnen auch die meine aufbürden?
Wer war Jesus von Nazareth? War er ein Mann mit ungewöhnlichen übersinnlichen Gaben, der in allem, was er sagte und tat, von seinem geistigen Führer kontrolliert wurde, oder war er die Reinkarnation eines hochentwickelten Geistes? Sicher ist beides wahr.
Wir haben nur begrenztes Wissen über sein Leben, weil die Aufzeichnungen dürftig, nicht frei von Manipulationen und sehr bruchstückhaft sind.
Der große Wert dieses Lebens liegt darin, dass es ein Beispiel dafür ist, wie übersinnliche und geistige Macht genutzt werden kann. Der Nazarener hat niemals irgendeinem übersinnlichen oder geistigen Gesetz widersprochen oder es ausgenutzt. Er war der Meister dieser Gesetze in seinem Verständnis ihrer Funktionsweise, obwohl seine Menschlichkeit manchmal in den Vordergrund trat. Historisch gesehen kam die Figur zu einer Zeit, in der es notwendig war, dass diese Offenbarung die Welt erleuchtete. Diese Erleuchtung geschah mit der gleichen Kraft des Geistes, die heute in unserer Mitte wirkt.
Die Luft ist feucht –
aus den Kalendertagen fließt der Schweiß,
und durch die Hitze trocknet das Gemüt,
wie manches Blatt,
das sich dem Ast entreißt
und still zu Boden geht;
braun,
wie die Haut der Sonnentrunkenen,
liegt es dort,
verbrennt,
ein kleines Teil,
das sich von grün nach grau gefärbt,
„vergangen“ nennt.
Ein Zeichen dieser Zeit,
die schneller scheint als sonst,
eilig, ihr Schritt;
die mit sich reißt, was brüchig ist.
Nichts bleibt!
Auch das Erinnern an sie geht.
Wir gehen mit.
Aus den Wurzeln neues Leben,
neue Triebe, Licht beseelt,
will sich hin zum Himmel heben,
wie von ferner Kraft gestählt.
In des Baumes hohem Schweigen,
fließt die Kraft aus Lust am Sein;
von Natur getränkte Ströme
heben ihn im Sonnenschein.
Trotzig, wie zerbrochene Türme,
stehn im Zeichen wilder Zeit,
von Gewittern und den Stürmen,
Kronen im zerteilten Kleid.
Eine segnende Gebärde
ist sein stiller Dienst allein,
dient dem Himmel wie der Erde,
will ein Lächeln Gottes sein.
Es eilt des Lebens Fahrt vorbei an Freud’ und Leid, nie hält es an, erst, wenn das Ziel erreicht, steht es im Trauerkleid.
Was kommt nach dem Tod?
Diese Frage beschäftigt uns alle früher oder später und niemand weiß eine Antwort darauf.
Wenn man jung ist, steht das Leben im Mittelpunkt. Die Frage nach dem Tod scheint dann nicht wichtig. Er wird verdrängt, sogar verleugnet. Es kann doch gar nicht sein, dass die Lebenskraft vergeht, fast unmerklich, wenn sie nicht plötzlich durch ein großes Unglück genommen oder durch Krankheit eingeschränkt wird.
Ewiges Leben, bewusst, in einem einzigen menschlichen Körper, ist für mich persönlich eine Horrorvorstellung. Sterben und Vergehen bietet Raum für Neuwerdung und Verwandlung. Dann kommt der Tod als Freund.
Menschen hoffen schon immer auf ein ewiges, körperliches Dasein. Wie würden sie sich im Schlaraffenland langweilen, wo Überfluss herrscht und schöne Eintönigkeit?! Die Juden und andere Glaubensgemeinschaften warten bereits seit ewigen Zeiten auf den Erlöser, den Messias, der das Gleichgewicht und die Gerechtigkeit auf dieser Welt wiederherstellt.
Für mich sind Überlegungen vom materiellen Paradies auf Erden Utopie. Dieses Paradies befindet sich auf einer anderen, geistigen Ebene. Dort, wo es weder Tod noch Krankheiten gibt, nur ewige Glückseligkeit, von der alle Propheten, Dichter und Denker schrieben.
Ich freue mich, wenn ich meinen alten Körper irgendwann ablegen darf und auf mein Zuhause bei Gott, ganz egal wie das aussehen mag. Sind wir nicht alle wie die Schmetterlinge? Den alten Kokon abstreifen, der uns solange gequält hat und mit offenen Flügeln dem Licht entgegen fliegen!
Wir alle haben vergessen, woher wir einst kamen, doch manchmal scheint uns eine vage Erinnerung mitten ins Herz hinein.
Auch, wenn ich „nur“ als winzige Spur wieder ein Teil des Ganzen werden sollte, und die Persönlichkeit meines jetzigen Lebens sterben wird, wie alle davor, vertraue ich darauf, dass meine Ur-Seele in ihrer Einzigartigkeit erhalten bleibt.
Der Tod trennt Körper und Seele, diese beginnt mit der erreichten Entwicklungsstufe ihr neues Leben. Sie kann nicht höher und nicht niedriger sein als das, was sie ist. Das Naturgesetz hat Kenntnis von jedem einzelnen Faktor und übt Gerechtigkeit. Man bestraft sich selbst, genauso wie man sich selbst belohnt, durch jede Handlung, die man vornimmt. Der Mensch wächst oder versagt durch sein eigenes Leben. Er erlöst oder verdammt sich selbst durch seine Taten.
Immer ist das, was Gott für alle Menschen nach dem Tod vorgesehen hat, sinnvoll und gut.
Der Klang der Zeit ist hart;
der ‚Großen‘ Resonanz,
von Ruhm erfüllte Macht,
die durch die Feuer tanzt.
Verbrannt sind Empathie,
zu fühlen anderer Leid.
Zu Asche und zu Staub
verweht das Demutskleid.
Wer einen Namen hat,
dem teuer war sein Ruhm,
bezahlt mit seinem Blut.
Gierig des Molochs Tun!
Er selber zog die Kraft,
wie ein Vampir aus Leben,
die Geister, die er rief,
beherrschen all sein Streben.
Persönlichkeiten schwinden,
das Heil siegt sanft und mild.
Ein edler Seelenspiegel,
zeigt nicht des Ruhmes Bild.
Der Mensch ist heimatlos und elend hier auf Erden, wenn er, wie ausgestoßen, in der Fremde lebt. Es trieb in Hoffnungslosigkeit und Not sein Werden, als vom Geburtsland er in andere Kulturen strebt.
Sein letztes Hab und Gut gibt er den Schleppern, Familienbande lässt er hinter sich zurück, um Glück zu finden, fern von Not und Neppern, ein Stück vom Kuchen finden, nur ein Stück.
Hin zu den Wohlbehüteten und Satten, bei vollen Tafeln in beheizten Stuben, zu all den Ehrsamen, den Tugendhaften, die an Verbrechen Hungriger sich nie versuchten.
Aus Ländern, die wir aus Prospekten kennen, zu denen die Touristen Urlaubsreisen machen, kamen sie her, die wir die Fremden nennen, die sie als armes Volk beäugten und begafften.
Niemand hat Recht, Verzweiflungstaten anzuprangern, Urteil zu sprechen über all die Heimatlosen, sie wissen mit der neuen Not nichts anzufangen, wenn Wellen im Behördenwahnsinn tosen.
Pharisäisch scheint das Treiben an den Tischen; die Stirne aufrecht tragen sie, die Harten, denen, die ihre schweißbedeckte wischen, verzeihen sie nichts; der gilt schon, weil er schwarz ist, als missraten.
Sie straucheln, die Verelenden im Lande, ihr Pfad ins Glück ist eine Straße ohne Licht. Auch wir sind Fremde, die ins Leben fanden, dem Wohlstand dienen wir, dem Geld, der Pflicht.
Wir alle sind die Heimatlosen hier auf Erden, irdische Gebundenheiten lösen, ist der Sinn, von Süchten frei, zu reifen und zu werden, in grenzenloser Welt, seit Anbeginn.
Wie Schiffe, die sich nachts begegnen,
sind die Verwandten meiner Seele,
und ihre Blicke sagen schwere Dinge mir vom Leben,
wie winkend stehen sie als Lichter,
die mich heimlich aus der Ferne grüßen.
So, wie ein Händereichen, das kurz geschieht,
danach, verstehendes Schweigen.
In meiner Einsamkeit beleben sie mein Schaffen;
bin wie ein Baum, der in der Ruhe wächst und neue Triebe zeigt.
Und hin und wieder geht ein Licht auf in Gedanken,
versenken mich in Orte ohne Zeit,
wo Wunderblumen blühen;
Gesichter, sich lächelnd öffnen.
Gleich einem Gefäß aus Alabaster, fast durchscheinend
wird’s dann und leicht, und hell und rein.
Im Höhenflug, da steigen auf die Träume;
ich atme Luft aus Einsamkeit und Schweigen.
Alles Geschehens Grund zu finden,
beim Sternenflug in ewige Sphären,
die Flügel aufspannend,
von Lichtern begleitet.
Übersetzung:
Like ships that meet at night,
are the relatives of my soul,
and their looks tell me heavy things of life,
like beckoning lights they stand,
That secretly greet me from afar.
So, like a handshake that happens briefly,
then, understanding silence.
In my loneliness they animate my work;
am like a tree that grows in silence and shows new shoots.
And now and then a light comes on in thought,
immersing me in places without time,
where miracle flowers bloom;
Faces, opening with smiles.
Like a vessel of alabaster, almost translucent
it becomes then and light, and bright and pure.
In the flight of fancy, there the dreams rise;
I breathe air of loneliness and silence.
To find the reason for everything that happens,
in the starry flight to eternal spheres,
spreading my wings,
accompanied by lights.
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